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Hochschulen Fusion mit Kaiserslautern bis 2023 / Koblenz soll dann eigenständig sein

Uni Landau bekommt neuen Partner

Archivartikel

Mainz.In den kommenden Jahren soll eine Rheinland-Pfälzische Technische Universität mit den Standorten Kaiserslautern und Landau entstehen. Geplant ist dieser Schritt bis Anfang 2023. Der Standort Koblenz soll bis dahin zur eigenständigen Universität werden.

Das Vorhaben ist mit tiefgreifenden Umstrukturierungen verbunden. Gleichzeitig soll der Standort Koblenz bis Anfang 2023 zur selbstständigen Universität werden. Schon im kommenden Jahr entstehen Hochschulgremien für die Vorbereitung des Ganzen. Damit sind zentrale Eckpunkte der Strukturreform bekannt, über die seit Monaten heftig diskutiert wird. Das Land und die Hochschulen hätten in guten Gesprächen zusammen ein Modell der Neuausrichtung entwickelt, sagte Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD). Das Land werde einen Rahmen vorgeben, der große Freiräume lasse. Der Gesetzentwurf solle Anfang 2020 dem Kabinett vorgelegt werden, erklärte Ministeriumssprecher Markus Nöhl. Wissenschaftsminister Wolf war immer wieder für das Vorhaben kritisiert worden. Unter anderem fühlten sich Studentenvertreter zu wenig eingebunden. Sie halten etwa die vom Land für die Trennung von Koblenz und Landau veranschlagten Kernkosten von acht Millionen Euro für zu niedrig.

Ähnlich hatte sich auch die Präsidentin der Noch-Uni Koblenz-Landau, May-Britt Kallenrode, geäußert. In der Mitteilung des Ministeriums vom Dienstag war von einem gemeinsamen und in gegenseitigem Respekt gestalteten Prozess der Umstrukturierung die Rede. Die künftige Rheinland-Pfälzische Technische Universität werde ein breites Fächerspektrum einer modernen TU mit einer starken Lehrerausbildung haben, betonte das Ministerium. Die Expertise des Campus Landau verleihe ihr ein Alleinstellungsmerkmal unter den TUs in Deutschland, sagte die für Landau zuständige Vizepräsidentin der bisherigen Uni Koblenz-Landau, Gabriele Schaumann.

Wolf sagte, im Süden solle eine „technisch orientierte Universität“ verankert werden, die einen starken Mint-Bereich und einen starken geistes-, sozial- und erziehungswissenschaftlichen Bereich habe. „Im Zusammenschluss von Landau und Kaiserslautern können künftig die gesellschaftlichen Folgen technologischer Entwicklungen besser als bisher in den Blick genommen werden.“ Mint steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Bis zum 1. Januar 2023 ist laut Ministerium eine „Entflechtungs- und überlappende Aufbauphase“ angedacht. Schon 2020 entstehen Gremien für die Vorbereitung des Ganzen, also eine gewisse Teilautonomie. Sollte es zu einer verlängerten Aufbauphase bis Anfang 2025 kommen, besäßen Landau und Kaiserslautern in der Zeit eine hohe Autonomie samt eigener Campussenate und -präsidenten. Anschließend ist ein gemeinsamer Senat mit Präsident und zwei Vizepräsidenten vorgesehen.

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