Länder

Staufen Gericht muss Umfang der Strafe prüfen

Urteil zum Teil gekippt

Karlsruhe.Im Fall des Missbrauchs eines Kindes in Staufen hat der Bundesgerichtshof (BGH) ein Urteil des Landgerichts Karlsruhe teilweise aufgehoben. Der Prozess gegen einen 44-Jährigen müsse auf dessen Revision hin aber nur im Umfang der Strafe neu verhandelt werden, teilte der BGH am Montag in Karlsruhe mit.

Das Landgericht hatte den Mann im Juni 2018 zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt und Sicherungsverwahrung angeordnet. Der vorbestrafte 44-Jährige hatte sich unter anderem der Vergewaltigung schuldig gemacht. Nach Überzeugung des 1. Strafsenats hat das Landgericht eine verminderte Schuldfähigkeit wegen schwerer seelischer Abartigkeit nicht rechtsfehlerfrei ausgeschlossen.

Der in Staufen lebende Junge war laut Gericht mehr als zwei Jahre lang von seiner Mutter und ihrem Lebensgefährten Männern aus dem In- und Ausland zum Vergewaltigen überlassen worden. Es gab in dem Fall acht Urteile. Am 9. Mai hatte der 1. Strafsenat des BGH entschieden, dass in zwei Fällen das Landgericht Freiburg neu über Sicherungsverwahrung entscheiden muss. lsw