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Extremismus CDU-Minister Beuth kritisiert rechte Sprache

Verborgener Hass

Wiesbaden.Rechtsextremisten versuchen nach den Worten von Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) oft, mit einem gezielten Missbrauch der Sprache ihre menschenverachtende Weltanschauung zu verschleiern. Neuere rechtsextremistische Gruppen wie die Identitäre Bewegung kaschierten ihren Fremdenhass, indem sie Begriffe wie "Ethnie" und "Identität" nutzten. Damit sei die fremdenfeindliche Absicht nicht so leicht zu entlarven, wie wenn von "Rasse" und "Volksgemeinschaft" die Rede sei, sagte Beuth in Wiesbaden gestern.

"Auch antisemitische Haltungen sind oft nicht gleich auf den ersten Blick als solche zu erkennen. Umso wichtiger ist es, dass wir Antisemitismus und Fremdenhass schonungslos offenlegen", erklärte der Minister vor dem 19. Herbstgespräch des Landesamtes für Verfassungsschutz, bei dem unter anderem eine Studie über Antisemitismus in sozialen Netzwerken vorgestellt werden soll.

Aufklärung immens wichtig

Wer das Gedenken an den Holocaust 79 Jahre nach der Pogromnacht als "Schuldkult" bezeichnet und die Mahnmale an diese Gräueltaten der Nationalsozialisten als "Denkmäler der Schande" hinwegreden wolle, nutze die Sprache des Antisemitismus, erklärte Beuth. "Ein Antisemit, der Rassismus und Hass in klingende Worte kleidet, bleibt ein Antisemit." Um dies erkennen zu können, seien Aufklärung und Prävention wichtige Elemente im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit. lhe