Länder

Sanierung Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz sorgt für Staus / Unfälle verschärfen Situation

Verkehrschaos in Mainz: „Die Stadt ist zu“

Mainz/Wiesbaden.In Mainz ist es am Dienstag im Berufsverkehr nur langsam vorwärtsgegangen. „Die Stadt ist zu“, sagte eine Polizeisprecherin am Morgen. Neben der Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden hätten sich mehrere Unfälle im Stadtgebiet ereignet. Dadurch sei es zu zahlreichen Rückstaus gekommen. Welcher Stau allerdings mit der Sperrung oder den Unfällen zusammenhänge, lasse sich nicht sagen.

Bereits am Montagmorgen hatte sich der Berufsverkehr nach Angaben der Polizei auf mehr als 40 Kilometer rund um Mainz gestaut. Hier hatten ebenfalls mehrere Unfälle die Situation noch verschärft, der Verkehr kam demnach in einigen Fällen komplett zum Erliegen.

Wegen Sanierungsarbeiten ist die Theodor-Heuss-Brücke über den Rhein zwischen Mainz und Wiesbaden seit Sonntag für den Großteil des Verkehrs gesperrt. Ausnahmen gelten unter anderem für öffentliche Busse, Fußgänger und Fahrradfahrer. Ob das gut funktioniert, prüft die Stadt Mainz auf der Brücke seit Montag per Videokamera. Diese bleibe drei bis vier Tage im Einsatz, sagte ein Stadtsprecher. Das werde üblicherweise auch bei anderen Baustellen gemacht, um bei Bedarf nachjustieren zu können.

So werde im Falle der Heuss-Brücke geprüft, ob die Ampelphasen auf der Rheinquerung für die Busse lang genug seien. Außerdem seien seit Dienstag Lasten-Rikschas im Einsatz, die relativ viel Platz einnähmen. Ob der Verkehr mit diesen laufe, müsse geklärt werden.

Während der ersten Woche der Sperrung bringe ein Rikscha-Dienst Fahrgäste über die Fußgänger- und Fahrradspur der Brücke, sagte der Chef des Anbieters, Dirk Vielmeyer. Das Angebot sei für Fahrgäste kostenlos: „Die Landeshauptstadt Wiesbaden bezahlt uns.“ Die Resonanz sei gut. Er habe beispielsweise schon einen Richter über die Brücke zum Gericht nach Mainz gefahren.

Warenlieferung per E-Bikes

Waren fährt bis Ende Januar ein anderer Dienst kostenfrei über die Brücke. Mit den E-Bikes mit Anhängern könnten Lasten bis zu 150 Kilogramm transportiert werden, erklärte einer der Gründer des Dienstes, Thomas Schmitz. Die Kosten übernehme die Stadt Mainz. Der Fahrer starte zu festen Zeiten und bringe beispielsweise Einkäufe über die Brücke. Dort müssten diese dann von jemanden in Empfang genommen werden.

Um den Verkehr abseits der Ausweichstrecken und damit über die Brücke zu fördern, kündigte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Rheinland-Pfalz eine Aktion für Fahrradfahrer an. Die Sperrung sei „eine gute Gelegenheit, einmal das Fahrrad für den Weg zur Arbeit auszuprobieren“. Am Donnerstag würden deshalb Radfahrer morgens auf beiden Seiten der Querung mit einer Aufmerksamkeit empfangen.

Der Sozialflügel der CDU, die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA), sieht in der Situation ein Versäumnis der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Der CDA-Landesverband in Mainz erklärte, Pendler auf beiden Seiten der Brücke würden fehlende Planung ausbaden. „Wenn Brückensanierungen anstehen, fehlt es an Ausweichkapazitäten für den Berufsverkehr.“ Die Sperrung wird voraussichtlich vier Wochen dauern. 

Zum Thema