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Pandemie Pädagogen kritisieren Schwächen im Hygienekonzept und Personalmangel / Regelmäßige Virustests gewünscht

Vielen Lehrern geht Schulöffnung zu schnell

Archivartikel

Stuttgart.Der Schulbetrieb im Südwesten läuft seit Monaten im Ausnahmezustand – und wird das noch eine Weile tun. Nach den Sommerferien sollen die weiterführenden Schulen voll öffnen. Knapp jedem dritten Lehrer (31 Prozent) geht das zu schnell – das geht aus einer Umfrage unter Lehrern an Grund- und weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg hervor, die der Verband Bildung und Erziehung (VBE) am Donnerstag vorstellte. 39 Prozent sind der Meinung, man hätte mit der Öffnung der Grundschulen Ende Juni noch bis nach den Sommerferien warten sollen. Die Lehrer benennen in der Umfrage die aus ihrer Sicht größten Probleme im Schulalltag in Pandemie-Zeiten.

Dazu gehört etwa die personelle Ausstattung. Bereits vor Corona mangelte es an Lehrkräften im Land. Er höre immer Stammtischparolen, Lehrer hätten es in der Krise zu Hause gut gehabt, aber die Belastung habe massiv zugenommen, sagte VBE-Landeschef Gerhard Brand. Mehr als die Hälfte der befragten Lehrer berichtet auch, dass die Arbeitsbelastung seit der Krise deutlich (28 Prozent) oder etwas (25 Prozent) höher sei als davor. Fernunterricht, versäumter Stoff, Ferien-Nachhilfe, Notbetreuung, gestaffelte Bewegungspausen, zeitversetzter Unterricht, Masken auf dem Pausenhof – der Organisationsaufwand sei gewaltig, sagt Brand.

Sorgen gibt es offenbar auch beim Thema Hygiene: Lehrer sitzen jeden Tag mit vielen Kindern in einem Raum – nicht wenige sorgen sich vor Infektionen. Rund ein Drittel der Lehrer hält sich für nicht ausreichend geschützt, an den Grundschulen sind es sogar 41 Prozent. 71 Prozent der Befragten würden gerne regelmäßig und freiwillig auf das Virus getestet werden. 37 Prozent gaben an, dass die Lehrer selbst die Räume putzen müssten. „Zu allen Belastungen obendrauf bekommen die Lehrkräfte also auch noch den Putzeimer in die Hand gedrückt!“, kritisiert Brand. Sein Verband fordert mehr freiwillige Corona-Tests, Plexiglasscheiben am Pult und Maskenpflicht für Schüler bei direkter Interaktion mit Lehrern. lsw

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