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Verkehr Land will Lkw-Fahrer für Rettungsgassen sensibilisieren

Warnungen per Funkspruch

Wiesbaden.Hessen will Lkw-Fahrer für mehr Sicherheit auf den Autobahnen im Land stärker in die Pflicht nehmen. Innenminister Peter Beuth (CDU) startete gestern in Zusammenarbeit mit dem Landesfeuerwehrverband ein Pilotprojekt, mit dem die Lkw-Fahrer über CB-Funk angehalten werden sollen, an Unfallstellen eine Rettungsgasse zu bilden.

Da auf Hessens Autobahnen viele ausländische Lkw-Fahrer unterwegs seien, werden die Warnfunksprüche in acht Sprachen gesendet. In der Pilotphase werden die Feuerwehren aus Bad Hersfeld, Kirchheim, Limburg, Seligenstadt und Neu-Isenburg mit den Geräten ausgestattet, weil sie die Autobahnfeuerwehren mit den meisten Einsätzen im Land sind.

In Hessen gebe es jährlich rund 140 000 Unfälle mit etwa 30 000 Verletzten, erklärte der Innenminister. Damit die Einsatzkräfte schnell zu den Unfällen kommen und Leben retten können, müsse die Rettungskette funktionieren. Es gebe aber trotz einer deutlichen Anhebung der Bußgelder immer wieder Verkehrsteilnehmer, die dann nicht an das Bilden einer Rettungsgasse denken.

Fahrspuren oft blockiert

Bei den Lastwagen komme hinzu, dass bei einer dreispurigen Autobahn bei stockendem Verkehr häufig die beiden rechten Fahrspuren mit Lkw belegt werden, erklärte der Innenminister die neue Kampagne. Die Bildung der notwendigen Durchfahrtsbreite in der oft lebensrettenden Rettungsgasse werde dadurch erschwert.

Da trotz Handy und anderer digitaler Technik noch immer zwischen 70 und 80 Prozent der Lkw-Fahrer den CB-Funk als Hauptkommunikationsmittel nutzten, um sich mit Kollegen über die Verkehrssituation auszutauschen, sei diese Technik für die Rettungsgassenkampagne gewählt worden, erklärte Brandamtsrat Thomas Kutschker die Initiative.

Sendung auf acht Kanälen

Die CB-Funkwarngeräte sind nach Angaben des Experten in der Lage, gleichzeitig auf acht Kanälen einen eingespeicherten Funkspruch jeweils in einer separaten Landessprache zu senden. Die Reichweite betrage 600 bis 1000 Meter und lasse den Lkw-Fahrern damit genug Zeit zur Reaktion, versicherte Kutschker. Der Funkspruch lautet: „Achtung! Es folgen Einsatzfahrzeuge, bilden Sie eine Rettungsgasse!“ An der Einsatzstelle selber kann der Funkspruch nochmals gewechselt werden in: „Achtung! Gefahrenstelle!“ Der Warnfunkspruch überdeckt auch laufende Gespräche der Lkw-Fahrer.

Der Test soll nach Angaben von Landesfeuerwehrverbandspräsident Ackermann rund ein Jahr dauern. Er hoffe, dass die Technik bald landesweit zum Einsatz kommt. Die Kosten für die fünf Geräte für den Pilotversuch beliefen sich inklusive Zubehör auf 26 263 Euro und würden vom Land übernommen, teilte der Innenminister mit. lhe