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Falschgeld Ermittler sehen positive Entwicklung trotz vieler Fälschungsfälle in den vergangenen Monaten

Weniger Blüten im Umlauf

Wiesbaden/Frankfurt.In Hessen ist nach Einschätzung des Landeskriminalamtes (LKA) immer weniger Falschgeld in Umlauf. „Auch im Jahr 2019 hält der Abwärtstrend an“, sagte LKA-Sprecher Sebastian Wolf in Wiesbaden. Zahlen des laufenden Jahres liegen allerdings noch nicht vor.

Zuletzt waren die Falschgeldfälle deutlich zurückgegangen: Mit rund 5000 im Jahr 2018 lagen die Zahlen in Hessen 25 Prozent niedriger als im Jahr 2017 und erstmals wieder unter dem Durchschnitt der letzten sechs Jahre.

Sowohl Erfolge der Ermittlungsbehörden in der jüngsten Zeit im In- und Ausland gegen potenzielle Falschgeldhersteller und -vertreiber als auch der deutlich verbesserte Fälschungsschutz der Banknoten dürften Gründe für diese Entwicklung sein, erklärte Wolf. Darüber hinaus sei die Bevölkerung sensibilisiert, Falschgeld zu erkennen. So gelange es erst gar nicht in den Zahlungsverkehr.

In den vergangenen Monaten beschäftigten mutmaßliche Geldfälscher immer wieder hessische Ermittler: So nahm die Frankfurter Polizei beispielsweise im Oktober nach mehrere Zahlungsversuchen mit Blüten fünf Personen fest. In Nordhessen warnten Ermittler im November wegen einer Serie von Falschgeldfällen vor unechten 10- und 100-Euro-Scheinen. Im südhessischen Viernheim (Kreis Bergstraße) wurde im gleichen Monat eine mutmaßliche Geldfälscherbande festgenommen, die zu einer größeren Gruppe aus Frankreich gehören soll. „Die Herkunft des im Zahlungsverkehr anfallenden Falschgeldes reicht von professionellen Druckereien im Ausland bis hin zu Einzeltätern auch im Inland“, erklärte der LKA-Sprecher. Der Organisationsgrad sei dabei sehr unterschiedlich. „Sowohl der einzeln auftretende Täter als auch international agierende und straff organisierte Fälschergruppierungen sind in diesem Bereich tätig.“

Darknet im Fokus

Internet und Darknet, ein verborgener Teil des Internets, spielten bei Herstellung und Verbreitung von Falschgeld eine große Rolle. Auf entsprechenden Plattformen würden neben kopierten Banknoten das zur Herstellung von Falschgeld nötige Equipment angeboten. Doch sicher sind die Hintermänner im Netz nicht: Selbst gegen Täter, die aus der vermeintlichen Anonymität agierten, gebe es Ermittlungserfolge.

Die Bundesbank in Frankfurt rechnet bundesweit mit weniger Falschgeldfällen. „Ursächlich dafür ist der Rückgang bei den 50-Euro-Fälschungen“, sagte Sven Bertelmann, Leiter des Nationalen Analysezentrums der Bundesbank für Falschgeld und beschädigtes Bargeld. Bei der Herstellung von falschen Banknoten gehe der Trend von professionell gedruckten Blüten hin zu Kopien. Letztere machten mittlerweile 60 Prozent des Falschgeldaufkommens aus.

Manche Betrüger versuchen es ohne hochwertige Fälschung: „Seit Mitte des Jahres ist festzustellen, dass Personen vermehrt mit Spielgeld, sogenanntem „Movie Money“, Zahlungen begleichen“, erklärte Bertelmann. Das ist eigentlich leicht zu erkennen, es stehe dort sogar ein Schriftzug, der „Movie Money“ lautet, darauf. dpa