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Kriminalität Fahnder stellen seltener Rauschgift sicher

Weniger exotische Drogen

Archivartikel

Frankfurt/Wiesbaden.Exotische Drogen aus der Natur fallen Fahndern in Hessen nur noch selten in die Hände. Lediglich 80 Gramm spezieller Pilze und 16 Kilogramm der Kaudroge Kath stellten Ermittler nach aktuellen Zahlen des Landeskriminalamts (LKA) im Jahr 2016 sicher. Eine Ausnahme bleibt Cannabis, das ebenfalls zu den sogenannten biogenen Drogen gehört: Über 850 Kilo Cannabisharz, -kraut und -öl wurden beschlagnahmt.

Diese Zahlen ließen aber keine Rückschlüsse auf das Konsumverhalten zu, erklärt LKA-Sprecher Stefan Löffler. Man gehe von einer hohen Dunkelziffer aus. Das zeigen auch Großfunde, die immer wieder die Statistik sprengen. Erst am Donnerstag teilte das Zollfahndungsamt Frankfurt mit, dass drei Kath-Schmuggler festgenommen und 300 Kilogramm der Kaudroge sichergestellt worden seien. Doch unter dem Strich spielten Naturdrogen kaum noch eine Rolle, erklären die Polizeipräsidien in Darmstadt, Kassel und Frankfurt übereinstimmend.

Biogene Rauschmittel werden auch Biodrogen oder Eco Drugs genannt. „Die Besonderheit an biogenen Drogen liegt darin, dass sie in ihrer Zubereitung überwiegend aus Pflanzen oder tierischen Organismen gewonnen werden“, erklärt LKA-Sprecher Löffler. Im Gegensatz zu synthetischen Rauschmitteln könnten sie direkt vom Konsumenten aufgenommen werden.

Rechtliche Grauzone

Der einfache Zugang über das Internet oder sogar in der freien Natur machten die Drogen für Konsumenten interessant. Viele dieser Rauschmittel lagen zudem in einer rechtlichen Grauzone oder waren sogar legal. Vor zehn Jahren warnten Behörden vor einer Biowelle bei Drogen. Doch die ist abgeebbt. In der Statistik verschwinden die registrierten Fälle mangels Masse. lhe