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Mobilität Flexible Standorte bei Mietwagen stellen Anbieter vor Probleme / Lange Zeiten ohne Nutzung in den Randgebieten

Wenn das Auto am falschen Platz steht

Archivartikel

Stuttgart.Randlage ist in Stuttgart eigentlich begehrt und teuer. Wer es sich leisten kann, meidet den engen Talkessel und wohnt lieber etwas abseits – mit entsprechendem Aufpreis. Bei Car2Go, Daimlers Car-Sharing-Dienst, ist es neuerdings umgekehrt: Wer in ein eher einsam am Stadtrand abgestelltes Fahrzeug einsteigt, zahlt nun oft weniger als bisher. Wer hingegen zur Hauptverkehrszeit in der verstopften Innenstadt ein Car2Go-Auto bucht, bekommt mehr berechnet.

Stillstand kostet Geld

Hinter der Änderung der Preispolitik steckt ein Problem, das alle plagt, die Car-Sharing nach dem sogenannten Free-Floating-Prinzip anbieten – also ohne feste Anmietstationen. Für die Nutzer ist dieses Konzept ausgesprochen praktisch, weil sich oft gleich um die Ecke ein Leih-Auto findet und es nahezu überall innerhalb eines bestimmten Radius wieder abgestellt werden kann. Für die Anbieter aber hat das System einen Haken: Wird ein Fahrzeug in einer wenig frequentierten Gegend, meist irgendwo am Rand des Geschäftsgebiets, abgestellt, steht es dort unter Umständen stundenlang ungenutzt herum. Und der Stillstand kostet Geld.„Die Standzeiten der Fahrzeuge zu verkürzen, ist eine grundsätzliche Herausforderung des Free-Floating-Konzepts, je nach Stadt mal mehr und mal weniger“, sagt ein Sprecher von Car2Go.

Die Frage sei: „Wie bekommt man die inaktiven Fahrzeuge aus den Bereichen mit geringer Nachfrage heraus – und in Bereiche mit höherer Nachfrage herein?“ Auch bei DriveNow von BMW kennt man das Problem. Im schlimmsten Fall müssten die Anbieter Mitarbeiter losschicken, um die Autos zurückzuholen. Car2Go etwa versucht deshalb, solche manchmal unvermeidbaren Aktionen mit ohnehin notwendigen Service-Maßnahmen an den Autos zu verbinden.

Steuerung per Computer

Gesteuert wird das Ganze von einem Algorithmus, der dem Mitarbeiter auch sagt, wo er das Fahrzeug am Ende wieder abstellen soll. Ideal ist das aber alles nicht. Auch die Konkurrenz DriveNow spricht zwar von eher vereinzelt auftretenden Fällen – die seien dann aber mit hohem Aufwand und entsprechenden Kosten verbunden.

Abhilfe könnten autonom fahrende Autos schaffen, wenn es sie dann irgendwann gibt. Die parken sich – gesteuert vom Computer – selbst immer genau da, wo sie gerade gebraucht werden. lsw