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Entsorgung Ende einer jahrelangen Debatte rund um Salzhersteller K+S / Hessens Umweltministerin Priska Hinz: Günstigere und technisch einfachere Wege

Weserländer verzichten auf Abwasserleitung

Kassel.Nach jahrelanger Debatte um den Bau einer Fernleitung für Salzabwässer von Osthessen zur Oberweser ist das Projekt endgültig vom Tisch. Die Bundesländer entlang Werra und Weser beschlossen am Donnerstag, dass der Kasseler Kali- und Salzproduzent K+S keine Pipeline bauen muss.

„Man kann ausschließen, dass sie kommt“, sagte Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) als Vorsitzende der sogenannten Flussgebietsgemeinschaft (FGG) Weser in Kassel. Es lägen andere Wegen der Entsorgung vor, die kostengünstiger und technisch realisierbar seien. Die Produktion des MDax-Konzerns im hessisch-thüringischen Kalirevier hängt von der Entsorgung von Salzrückständen ab.

Bisher geschieht dies vor allem durch die Einleitung in die Werra. Die wiederum mündet in die Weser. Wenn die Werra zu wenig Wasser führt, muss K+S seine Produktion stoppen. Mit einer Fernleitung hätte der Konzern die Salzabwässer direkt in die Weser leiten können. Doch Umweltschützer und Kommunen waren gegen das 240 Millionen Euro teure Projekt Sturm gelaufen.

Dabei hatte auch der Konzern mit 5300 Beschäftigten im Kalirevier Abstand von der Pipeline genommen. Auf die Entscheidung der Weserländer reagierte K+S positiv: Sie schaffe „Klarheit für die Entsorgung“.

Einstapelung in alten Kaligruben

Das Unternehmen setzt stattdessen auf die Einstapelung von Abwässern in alten Kaligruben – auch weil es bald keine Abwässer mehr in höhere Bodenschichten entsorgen darf. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, nach dem Ende der Versenkung ab 2022 hochmineralisierte Produktionsabwässer nach unter Tage verbringen zu können“, sagte Konzernchef Burkhard Lohr.

Einem Vorstoß Lohrs, für eine Übergangsphase dem Konzern weiter die Salzeinleitung in die Werra in gewohnter Menge zu erlauben, erteilten die Weserländer eine Absage. Das bedeutet: In Werra und Weser wird ab 2022 weniger Salz erlaubt sein.

Mitglied in der Flussgebietsgemeinschaft Weser sind Hessen, Niedersachsen, Bayern, Bremen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen. lhe