Länder

Corona Schwimmbäder in Hessen haben wegen der Pandemie-Auflagen eine durchwachsene Saison hinter sich

„Wir haben es fast schlimmer befürchtet“

Archivartikel

Frankfurt.Hochsommerliche Hitze, Urlaubszeit und doch waren die Besucherzahlen in den hessischen Freibädern überschaubar. In Corona-Zeiten hieß es auch beim Baden: Abstand halten auf den Liegewiesen und im Schwimmbecken. Die in der Pandemie verkürzt geöffneten Freibäder ziehen eine gemischte Bilanz. Prallvolle Freibäder gab es nicht. „Die meisten Badbetreiber haben eine nach Hygieneplan mögliche Auslastung von 60 Prozent erreicht“, sagte die Vorsitzende des hessischen Landesverbandes der Schwimmmeister (BDS), Michaela Fisseler-Weinrich. Insgesamt seien die Hälfte der Freibäder geöffnet gewesen.

Das sei bei weitem nicht die Zahl, die in den vergangenen Jahren erzielt worden ist. Grund dafür sei etwa die Wetterlage und geschlossene Attraktionen wie Wasserrutschen. „Generell sind die meisten Badbetreiber, die geöffnet hatten zufrieden. Sicherlich hätten aber alle gerne noch etwas mehr Besucher in den Bädern verzeichnet“, sagte Fisseler-Weinrich. Und die Zugangsbeschränkungen und strengen Hygieneauflagen brachten sogar Vorteile. Der Freibad-Besuch sei für Besucher deutlich erholsamer gewesen, das Mehr an Platz sahen viele positiv und auch die Badbetreiber hätten vielerorts einen „besserer Umgang mit den Anlagen und ein höheres Sauberkeitsverständnis von Seiten der Besucher verzeichnet“, so die Vorsitzende des hessischen BDS.

Die letzten Monaten waren sehr warm, es gab jedoch auch Tage mit weniger als 25 Grad, einer Schwelle, bei der die Badbetreiber einen Rückgang der Besucherzahlen feststellen. „Neben der Corona-Pandemie war für den klassischen Freibadbesucher das Wetter teilweise zu unbeständig“, sagte Fisseler-Weinrich.

Dennoch war der wechselhafte Sommer in Hessen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) überdurchschnittlich warm und sonnig. So lag die Durchschnittstemperatur in den Monaten Juni bis August bei 18,2 Grad – genau zwei Grad über dem Durchschnitt im langjährigen Mittel. Mit gut 645 Sonnenstunden wurde das Sonnensoll von 586 Stunden ebenfalls übererfüllt. Die Hitzewelle im August bescherte Hessen nicht nur eine monatliche Durchschnittstemperatur von gut 20 Grad, sondern auch seinen bisher zweitwärmsten August.

Länger geöffnet

Aufgrund der guten Wetteraussichten haben einige Freibäder länger geöffnet als üblich. Während einige Frankfurter Freibäder bereits seit Sonntag geschlossen sind, bleiben andere bis Ende September oder sogar Anfang Oktober geöffnet. Zeitgleich öffnen die ersten Hallenbäder in der Region, so beispielsweise das Textorbad in Frankfurt. Andere Bäder, wie die Taunus-Therme in Bad Homburg vor der Höhe, öffnen erst wieder Mitte Oktober. Anders ist die Situation im Monte Mare Obertshausen, das Erlebnisbad hat seit Anfang Juli geöffnet. „Wir haben einen Rückgang der Besucherzahlen im zweistelligen Bereich festgestellt. Allerdings haben wir es auch fast schlimmer befürchtet“, sagt Monte-Mare-Sprecher Jörg Zimmer. lhe