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Tierschutz Grün-Schwarz weiter uneinig / Christdemokraten sehen Landwirtschaft gefährdet

Wolf lässt Regierung aufheulen

Archivartikel

Stuttgart.Grün-Schwarz kommt nicht zur Ruhe: Nach dem Streit über den Klimaschutz erhöht die Südwest-CDU auch beim Umgang mit dem Wolf den Druck auf Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne). Die Christdemokraten wollen erreichen, dass der Wolf in das Jagdrecht aufgenommen wird – und damit von Jägern geschossen werden kann.

Untersteller wirft dem Koalitionspartner hingegen vor, sich nicht an Absprachen zu halten. „Herr Untersteller hat hier ein echtes Glaubwürdigkeitsproblem. Wir brauchen für den Wolf dringend ein professionelles Management. Und das kann nur von Jägern geleistet werden“, erklärt Manuel Hagel, Generalsekretär der baden-württembergischen CDU, dieser Zeitung. Er greift den Koalitionspartner insgesamt an. „Mit der ständigen Blockadehaltung wirkt es so, als würden die Grünen am liebsten überhaupt nichts zu dem Thema machen.“

Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) legt nach: „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht erfolgen muss. Wir werden weiter in der Sache Druck machen.“ Die Tötung von Wölfen sollten Jäger übernehmen – und nicht wie von den Grünen gefordert „Sonderbeauftragte aus dem Naturschutz“, so Hauk.

Untersteller widerspricht

In Baden-Württemberg wurden seit 2015 immer wieder einzelne Wölfe nachgewiesen. Aktuell gesichert ist, dass sich ein Tier im Nordschwarzwald niedergelassen hat. Die jüngsten Wolfsrisse im Südwesten gab es Mitte Februar dieses Jahres im Schwarzwald. Für Aufsehen sorgte vor allem ein Fall vor rund einem Jahr in Bad Wildbad (Kreis Calw), als mehr als 40 Schafe gerissen wurden.

„Der Wolf ist um uns herum wieder heimisch geworden. Man muss nun wirklich kein Hellseher sein, um zu sehen, dass der Wolf auch in Baden-Württemberg wieder heimisch wird“, warnt Hagel. Dies ist aus CDU-Sicht eine Gefahr für die Weidetiere – und damit für die Landwirtschaft im Südwesten.

Untersteller hat kein Verständnis für das Vorgehen der CDU. Der Wolf müsse aus zwei Gründen nicht ins Jagdrecht aufgenommen werden. „Der erste ist, dass Wölfe auch im Jagdgesetz die streng geschützten Tiere blieben, die sie jetzt schon sind. Das heißt, es würde die Entnahme, um die es vielen ja geht, keineswegs erleichtern“, so Untersteller. Der zweite Grund sei, dass das Wolfsmanagement durch die Aufnahme ins Jagdgesetz komplizierter werde. Zudem könnte schon heute ein Wolf, der Menschen gefährlich werde, getötet werden. „Es gibt weder einen Anlass noch einen Grund, die Debatte über Wolf und Jagdgesetz erneut zu führen“, ist Untersteller verärgert. Man habe sich in der Koalition längst darüber verständigt, das Tier nicht ins Jagdrecht aufzunehmen.

CDU-Bundeschefin Annegret Kramp-Karrenbauer mahnt derweil an, die Rückkehr des Wolfes ernst zu nehmen. „In manchen Bundesländern ist das ein echtes Problem“, sagt sie. „Bürger reagieren da sehr empfindlich, weil das für sie eine reelle Gefahr ist. Das müssen wir ernst nehmen.“