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Kriminalität Frankfurter Polizei blickt schon auf das Wochenende / Mehr Einsatzkräfte sollen neue Ausschreitungen verhindern

„Wollen das kein zweites Mal erleben“

Archivartikel

Frankfurt. Nach der Krawallnacht auf dem Frankfurter Opernplatz werten die Ermittler etliche Videos von Zeugen aus. Diese seien nach einem entsprechenden Aufruf zur Verfügung gestellt worden, sagte eine Sprecherin des Frankfurter Polizeipräsidiums am Dienstag. Ergebnisse gebe es noch nicht. Um erneute Ausschreitungen zu verhindern, werde die Polizei am kommenden Wochenende mit einer größeren Zahl von Beamten präsent sein, genaue Angaben dazu würden nicht genannt. „Wir wollen das nicht ein Zweites Mal erleben“, sagte die Sprecherin.

In der Nacht zum vergangenen Sonntag waren nach Polizeiangaben Einsatzkräfte mit Flaschen angegriffen worden, mindestens fünf Beamte seien verletzt, mehrere Polizeifahrzeuge beschädigt worden. 39 Menschen wurden vorübergehend festgenommen. Der überwiegende Teil von ihnen sei polizeibekannt, unter anderem wegen Körperverletzung, Diebstahl oder Drogendelikten. 29 der Tatverdächtigen leben nicht in Frankfurt, gegen sie sollen Aufenthaltsverbotsverfügungen geprüft werden.

Die Stadt hat zudem für Freitag und Samstag von null Uhr an ein generelles Betretungsverbot ausgesprochen. Um 1 Uhr soll der wegen der Corona-Pandemie zum Party-Hotspot avancierte Platz geräumt sein. Die Frankfurter Grünen forderten neben einem klaren Einschreiten der Polizei bei aggressivem und gewalttätigem Verhalten, Partys auf geeigneten und attraktiven Flächen in der Stadt zu erlauben. Diese könnten in Zusammenarbeit mit Club-Betreibern und Gastronomen stattfinden.

Andreas Grün, Landeschef der hessischen Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat sich gegen „pauschale und undifferenzierte“ Vorwürfe gewehrt und dazu aufgefordert, zu einer sachlichen Debatte zurückzukehren werde. Den Sicherheitskräften würden „draußen wirklich jeden Tag Vorhaltungen gemacht“. Studien zur Gewalt gegen Polizei, wie von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) angeregt, brauche man momentan eher nicht. Zahlen zu Übergriffen auf Polizisten würden in Hessen erfasst. „Wir können da Trends ableiten, wir sehen, dass es Steigerungen gibt.“ Im vergangenen Jahr wurden demnach rund 4000 Vorfälle registriert. lhe