Länder

Kirche Viele Theologen stärken Pater nach Interview den Rücken

Wucherpfennig wäre heute vorsichtiger

Frankfurt.Der Rektor der katholischen Hochschule St. Georgen, der nach Interviewäußerungen um Homosexuelle und Frauen in der Kirche um sein Amt fürchten muss, ist positiv überrascht von der Rückendeckung durch Bistümer und Bischöfe. „Das ist derzeit eine Sternstunde der Kirche in Deutschland“, sagte Ansgar Wucherpfennig gestern zu den Reaktionen auf seine Äußerungen, zu denen er weiter steht. „Ich hatte den Papst so verstanden, dass er den Dialog sowohl zu Homosexualität als auch zu Ämterfragen geöffnet hat“, so der Theologe, der wie Papst Franziskus dem Jesuitenorden angehört.

Der Professor für Exegese – die Auslegung der Bibel – wies auf Passagen im Neuen Testament hin, in denen Frauen in der Kirche viele Ämter hatten, „in denen sie sich heute nicht wieder finden“. Nach ähnlichen Äußerungen in einem im Jahr 2016 veröffentlichten Interview läuft nun ein Prüfungsprozess, ob Wucherpfennig die für den Rektorenposten nötige Unbedenklichkeitserklärung des Vatikans erhält. Seine Lehrerlaubnis werde vom Ausgang dieser Prüfung nicht berührt, sagte Wucherpfennig. Gleichzeitig räumte er ein, dass er „heute vorsichtiger wäre mit solchen Äußerungen“.

Seit 2008 Lehrstuhlinhaber

Sollte der Vatikan ein negatives Urteil fällen, müsste Wucherpfennig seinen Posten als Rektor räumen. Der Pater hat seit 2008 den Lehrstuhl für Exegese des Neuen Testaments in Sankt Georgen inne, 2014 wurde er Rektor der Hochschule. Derzeit leitet Wucherpfennigs Stellvertreter die Hochschule kommissarisch.

Sankt Georgen ist eine staatlich anerkannte, private Hochschule mit Priesterseminar, die vom Jesuitenorden getragen wird. lhe