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Natur Hessische Umweltministerin Hinz will mit Prämie für besseren Tierschutz sorgen / 31 Euro pro Hektar und Jahr

Zäune sollen gegen Wölfe helfen

Wiesbaden.Für Umweltministerin Priska Hinz ist ganz klar: „In Hessen muss jederzeit mit Wölfen gerechnet werden.“ Allerdings sieht die Grünen-Politikerin auch keinerlei Anlass für Panikmache, denn nicht jeder angeblich gesichtete Wolf ist auch wirklich einer. Für Menschen ist das Tier ohnehin keine wirkliche Gefahr, und auch Schaf- oder Ziegenherden können nach ihrer Einschätzung in der Regel wirksam vor Wölfen geschützt werden. Immerhin sind in diesem Jahr schon zwölf Weidetiere von Wölfen gerissen worden, weshalb das Ministerium jetzt den sogenannten Herdenschutz erweitern will.

Konkret geht es dabei um eine Prämie in Höhe von 31 Euro pro Hektar (etwa 1,5 Fußballfelder) und Jahr für die Halter von Schafen und Ziegen. Mit dem Geld sollen sie dafür sorgen, dass die Zäune rund um die von den Tieren genutzten Weiden auch wirklich einen effektiven Schutz vor den Wölfen bieten. In mehreren Fällen gab es einen elektrisch gesicherten Zaun nur an drei Seiten dieser Weiden, während die vierte nur von einem flachen Bach umgeben war. Der aber ist kein wirksamer Schutz vor Wölfen, die genau wie Hunde durchaus auch gerne am Wasser spielen.

Voraussetzung für die Zahlung der höheren „Herdenschutzprämie Plus“ ist daher, dass die Tierhalter das gesamte Weidegelände sichern, und zwar entweder mit einem 1,20 Meter hohen Festzaun und zusätzlicher Elektroleitung oder aber einem mindesten 90 Zentimeter hohen Rundum-Elektrozaun. Der wiederum soll nach den Vorgaben des Ministeriums eine Stärke von 3000 Volt haben, weil nur die ausreichen, damit der Wolf bei einem möglichen Angriff auf die Tiere eine schmerzhafte Erfahrung macht. Und die wiederum merkt er sich nach Angaben der Experten, so dass er das nächste Mal einen großen Bogen um solche Zäune macht.

Jährliche Zahlung

Das Geld soll laut Hinz aber keine einmalige Investitionshilfe für den Zaun sein, sondern jährlich weitergezahlt werden für Folgekosten oder auch die Anschaffung eines Herdenschutzhundes. Dafür müssen sich die Weidetierhalter verpflichten, tägliche Kontrollgänge an dem Zaun zu machen und diese auch zu dokumentieren. So muss etwa dafür gesorgt werden, dass vor den Zäunen abgemäht wird, damit der Wolf sich nicht unter dem Zaun durchwühlen kann. Eine – allerdings mit 17 Euro deutlich niedrigere – Prämie für die Zäune zum Herdenschutz gab es auch bisher schon. Das Ministerium hat aber jetzt die Mittel dafür im Haushalt von 100 000 auf 500 000 Euro erhöht, damit diese die Anforderungen für den Schutz vor Wölfen effektiver erfüllen können.

Vielfach erweisen sich Meldungen über Wölfe auch als falsch. Als Falschmeldung hat sich etwa herausgestellt, dass im Mai in Ulrichstein im Vogelsbergkreis ein Kalb von einem Wolf gerissen worden sei. Nach der jetzt abgeschlossenen Untersuchung verendete das Tier an einer Infektion, höchstens der Kadaver könnte von einem anderen Tier angebissen worden sein. Den zwölf seit Jahresanfang wirklich von Wölfen gerissenen Weidetieren stehen 35 000 Schafe, Ziegen und Kälber mit anderen Todesursachen gegenüber.