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Bilanz Rückgang im Südwesten um 25 Prozent / Strobl meldet historischen Tiefstand / Leichte Zunahme in Mannheim auf elf Opfer

Zahl der Drogentoten sinkt

Stuttgart.In Baden-Württemberg ist im letzten Jahr die Zahl der Drogentoten um ein Viertel zurückgegangen. 2018 starben 121 Menschen durch den Konsum illegaler Drogen, im Jahr davor waren es noch 160. Unter den zwölf Polizeipräsidien meldet Mannheim mit 18 Rauschgiftopfern die höchste Zahl. Das ergibt sich aus der Bilanz des Innenministeriums, die unserer Redaktion vorliegt.

„Mit diesem Rückgang um knapp 25 Prozent werden die historischen Tiefstände der Jahre 1989 und 2013 wieder erreicht“, bilanzierte Innenminister Thomas Strobl (CDU). Die vielfältigen Maßnahmen gegen die Betäubungsmittelkriminalität würden Wirkung zeigen. Die Entwicklung sei erfreulich. Aber jeder Mensch, der wegen seines Drogenkonsums sterbe, sei einer zu viel. „Deshalb werden wir in diesem wichtigen polizeilichen Handlungsfeld auch in Zukunft nicht nachlassen“, betonte der CDU-Politiker.

Die Rauschgiftopfer sind zum größten Teil männlich. Unter den Verstorbenen waren nur 18 Frauen, aber 103 Männer. Das Durchschnittsalter ist erneut leicht gestiegen und lag 2018 bei 38,2 Jahren. Fünf der Drogentoten waren Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren. Wie schon im Vorjahr waren aber keine Kinder und Jugendlichen unter den Opfern. Mit 16 ist die Zahl der Rauschgifttoten mit ausländischer Staatsangehörigkeit nahezu unverändert.

Deutlich weniger Heroin

Stark gesunken ist die Anzahl der Todesopfer durch Heroin von 30 auf nur noch zwölf Fälle. „Die sinkende Opferzahl durch Heroin belegt die allgemein sinkende Bedeutung dieser Droge“, erläutert Strobl. Dennoch bleibe Heroin in Verbindung mit anderen Drogen, Medikamenten und Alkohol die Haupttodesursache. Den Konsumenten müsse klar sein, dass jegliche Art des Rauschgiftkonsums gefährlich sei und keine Verharmlosung betrieben werden dürfe.

Auf ein Fünfjahrestief sind die Todesfälle gesunken, die auf den Konsum von Psychodrogen zurückgingen. Vier Menschen starben durch die sogenannten „Legal Highs“ im letzten Jahr. Das seit Ende 2016 geltende Gesetz zur Bekämpfung derartiger Stoffe zeige Wirkung.

„Konsequente Strafverfolgung ist zur Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität unerlässlich“, betonte der CDU-Innenminister. Dazu gehören für ihn regelmäßige Kontrollen des Straßenhandels, aber auch umfangreiche Ermittlungsverfahren. Durch die Arbeit des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg seien im vergangenen Dezember im Hamburger Hafen 100 Kilogramm Kokain sichergestellt worden.

Strobl weist darauf hin, dass die Dealer zunehmend die Möglichkeiten der Digitalisierung und neue Vertriebswege nutzen. Drogen würden im Darknet, dem anonymen Bereich des Internets, angeboten. In diesen Fällen finde häufig keine direkte Übergabe der Betäubungsmittel vom Dealer zum Konsumenten statt, sondern die Lieferung per Brief oder Paketsendung. Strobl: „Hier erweist sich von Vorteil, dass die Polizei in Baden-Württemberg sich im Bereich Cybercrime frühzeitig gut aufgestellt hat.“

Suchtprävention würdigt Strobl als „wichtiges und unverzichtbares Element zur Reduzierung der Rauschgiftkriminalität“. Die Polizei kooperiere dabei intensiv und erfolgreich mit Kommunen, Schulen und Sozialeinrichtungen. Mit dem Programm „Prävention auf dem Stundenplan“ biete die Polizei landesweit allen weiterführenden Schulen Aufklärung zum Thema Drogen für die Klassenstufen sechs bis neun an. Schwerpunkte seien Alkohol, Nikotin und Cannabis, aber auch Designerdrogen.

Regionale Unterschiede

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mannheim ist die Zahl der Drogentoten von 23 auf 18 gesunken. Während es in Mannheim zu einer leichten Zunahme auf elf Opfer kam, meldete die Polizei für den Rhein-Neckar-Kreis einen Rückgang von 13 auf sieben. Bereits im zweiten Jahr gab es in Heidelberg kein Rauschgiftopfer.

Einen Rückgang meldet auch das Polizeipräsidium Konstanz von elf auf acht Rauschgiftopfer. In Konstanz selbst starb ein Mensch an seinem Drogenkonsum, im Bodenseekreis vier. Im Schwarzwald-Baar-Kreis waren es unverändert drei Opfer. Die meisten Toten gab es in Stuttgart.