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Auszeichnung Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed als Vorbild für ganz Afrika geehrt

„Zeichen für Demokratie und Frieden setzen“

Archivartikel

Wiesbaden.Abiy Ahmed war im vergangenen Jahr gerade drei Monate äthiopischer Ministerpräsident, da beendete er schon den seit Jahrzehnten tobenden Krieg mit dem Nachbarland Eritrea und schloss einen historischen Frieden mit dem langjährigen Erzfeind. Am Montag wurde der mit 43 Jahren jüngste Regierungschef Afrikas dafür mit dem Hessischen Friedenspreis geehrt. Ministerpräsident Volker Bouffier würdigte Abiy bei seiner Laudatio im Hessischen Landtag als Vorbild und äußerte die Hoffnung, dass sein Vorgehen ohne Repression und Gewalt, dafür aber mit Versöhnung und Dialog, ein Modell auch für andere Staaten des Kontinents wird. „Wir wollen ein Zeichen für die Demokratie und den Frieden setzen und Abiy Ahmed bekräftigen, seinen Weg weiter zu verfolgen“, begründete Landtagspräsident Boris Rhein (CDU) die Ehrung.

Der so Geehrte war allerdings nicht selbst bei der Preisverleihung anwesend, sondern ließ sich durch seine Friedensministerin Muferiat Kamil vertreten. Sie ist eine mächtige Frau in Äthiopien, ihr unterstehen Geheimdienst, Bundespolizei und Grenzschutz. Im Namen des Preisträgers bekundete sie Entschlossenheit, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Auch zur Stabilisierung der Region will Abiy demnach einen Beitrag leisten und etwa im Konflikt um den Südsudan vermitteln.

Reformen gewürdigt

Ausdrücklich würdigt die Stiftung des mit 25 000 Euro dotierten Hessischen Friedenspreises in der am Montag verlesenen Urkunde zudem die innenpolitischen Reformen des äthiopischen Regierungschefs, die Bouffier auch in der Laudatio erwähnte. So hob Ahmed den Ausnahmezustand auf, ließ über 1000 politische Gefangene frei, gestattete der lange verfolgten Opposition eine Betätigung und besetzte die Hälfte seines Kabinetts mit Frauen. Selbst nach einem Putschversuch habe er voriges Jahr in einer Fernsehansprache seinen Gegnern noch Versöhnung angeboten, würdigte der hessische Ministerpräsident. „Zu all dem gehört viel Mut und Kraft“, fügte Bouffier hinzu.

Friedensministerin Muferiat hob hervor, in ihrem Land sei schon viel erreicht worden. Doch es gebe auch noch große Herausforderungen zu bewältigen. Wie ein Wink mit dem Zaunpfahl, dem Land politisch und wirtschaftlich beizustehen, wirkte ihre ausdrückliche Einladung: Politiker und Unternehmer aus Deutschland seien in Äthiopien jederzeit willkommen, sagte sie.