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Fischerei Schmuggelzentrum im Restaurant ausgehoben

Zollfahnder entdecken Glasaale

Frankfurt.Frankfurter Zollfahnder haben einen Umschlagplatz für den internationalen Schmuggel mit Glasaalen ausgehoben. Wie Zoll und Staatsanwaltschaft gestern berichteten, fanden die Ermittler in einem geschlossenen China-Restaurant in Liederbach im Main-Taunus-Kreis mehrere Wasserbecken und zahlreiches Equipment für den Schmuggel der vom Aussterben bedrohten Tiere. Hunderttausende der artengeschützten Tiere konnten gerettet werden. Drei mutmaßliche Täter wurden dort festgenommen und befinden sich in Untersuchungshaft.

Seit Monaten waren immer wieder Glasaale im Gepäck am Frankfurter Flughafen entdeckt worden, zum ersten Mal Ende November 2018. Glasaale können laut Zoll in Asien mit viel Gewinn verkauft werden. Sie gelten als Delikatesse, ihnen wird auch eine potenzsteigernde Wirkung nachgesagt. Die Aalbestände im Rhein sind in den letzten Jahren zurückgegangen, das Tier steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Im Rhein ausgesetzt

Die Ermittlungen führten den Zoll zu einem seit 2015 geschlossenen Restaurant. Am vergangenen Samstag wurden die Räume durchsucht. Die Ermittler fanden den Angaben zufolge vier große Wasserbecken, die mit Pumpen und Filtern ausgestattet waren, Verpackungsmaterial für den Lebendtransport und 50 000 Euro in bar. In einem Becken schwammen 210 000 lebende Glasaale, in einer Styroporkiste lagen tausende verendete Tiere. Wie bereits die am Flughafen entdeckten Glasaale wurden auch die im Restaurant gefundenen Aale im Rhein bei Heidesheim nahe Mainz ausgesetzt. Die drei mutmaßliche Täter sind 27, 28 und 37 Jahre alt. Sie stammen aus Malaysia und China. Seit Sonntag sitzen sie in Untersuchungshaft. lhe