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Pandemie Trotz strenger Auflagen ist ein Ausflug offensichtlich beliebt / Tiere suchen die Nähe zu Menschen / Spezielle Einlassvorgaben

Zoos spüren starkes Besucher-Interesse

Frankfurt/Kronberg.Zahlreiche Jungtiere – das bedeutet in der Regel einen hohen Niedlichkeitsfaktor beim Zoobesuch. Doch nicht nur deshalb spüren die hessischen Zoos gut zweieinhalb Wochen nach den ersten Lockerungen der Coronamaßnahmen starkes Besucher-Interesse. „Viele sagen, sie hätten die Tiere so vermisst und sind einfach froh, wieder hier zu sein“, sagte Thomas Kauffels, Direktor des Opel-Zoos in Kronberg im Taunus. „Grundsätzlich sind wir natürlich froh, dass wir wieder offen sind.“ Eine vollständige Rückkehr zur Normalität gibt es dennoch noch nicht.

Für den Besuch des Frankfurter Zoos etwa müssen im Vorfeld dreistündige Zeitslots für maximal 300 Besucher gleichzeitig online gebucht werden. Ein Spontanbesuch ist dabei nicht möglich, so eine Sprecherin: „Die Zeitslots sind bis zum 31. Mai ausgebucht.“ Die meisten freuten sich aber trotz der Einschränkungen, dass ein Besuch überhaupt wieder möglich ist. Die Tierhäuser sind geschlossen, vor dem Ende der dreistündigen Zeitfenster gibt es Durchsagen, damit sich die Besucher auf den Weg zum Ausgang machen. Trotz vieler Jungtiere kommen die meisten mit der Besuchszeit gut hin „und finden das Verfahren fair“, sagte die Sprecherin.

Abstand entscheidend

Auch die Tiere scheinen sich zu freuen, dass in ihrer Umgebung wieder mehr los ist – auffällig sei, dass sie viel häufiger als früher Rast- und Ruheplätze in der Nähe ihrer Gehegegrenzen und damit in Besuchernähe aufsuchten.

Im weitläufig angelegten Opel-Zoo dürfen sich bis zu tausend Besucher zeitgleich aufhalten, Zeitslots gibt es dort nicht. „Wir zählen beim Eingang, und auch beim Verlassen des Zoos“, sagte Kauffels. „Das muss halt gegengecheckt werden.“ Um sicherzustellen, dass alle Auflagen etwa zu den Abstandsregeln befolgt werden, seien derzeit neun externe Sicherheitsmitarbeiter im Einsatz, auch auf dem Parkplatz sorgten mindestens zwei Mitarbeiter dafür, dass zwischen parkenden Fahrzeugen und in den Kassenschlangen Abstände eingehalten werden. Sollte das Besucherlimit schon erreicht sein, „fangen wir die Interessenten schon vor dem Parkplatz ab und raten ihnen, in zwei, drei Stunden wieder zu kommen“, sagte Kauffels.

Für den privaten Opel-Zoo ist die wochenlange Schließung finanziell schmerzhaft. Auch nun könnten diese Einnahmeverluste nicht wettgemacht werden: „Durch die Auflagen sind deutlich weniger Besucher im Zoo als sonst an einem Frühlingstag“, sagte Kauffels. An schönen Wochenenden kämen üblicherweise zwischen 10 000 und 14 000 Besucher in den Zoo. Sein Frankfurter Kollege Miguel Casares kann sich erst seit wenigen Tagen wieder einen direkten Eindruck von seinen Schützlingen verschaffen: Die Corona-Einschränkungen, Grenzschließungen und Flugstreichungen überraschten ihn während eines Spanien-Urlaubs. Als er dann zurück konnte, war eine zweiwöchige Quarantäne im Homeoffice fällig. lhe