Länder

Zu kurzfristig

Archivartikel

Es ist sinnvoll, aber keine Dauerlösung. Dass in Baden-Württemberg pensionierte Polizisten jetzt aus dem Ruhestand zurückgeholt werden, um Auszubildende zu unterrichten, ist unumgänglich. Schließlich klafft bei den Polizei-Pädagogen eine riesige Lücke, wenn Innenminister Thomas Strobl (CDU) seine Einstellungsoffensive in diesem und im nächsten Jahr umsetzt. Schon jetzt reicht die Zahl der Ausbilder bei Weitem nicht mehr aus. Zudem gehen auch von ihnen in den nächsten Jahren viele Beamte in den Ruhestand – die Lücke wird also noch größer.

Klar ist: Die umfassendste personelle Aufstockung der Polizei bringt nichts, wenn es am Ende an Lehrkräften für den Nachwuchs fehlt. Bei der Rekrutierung der Polizei-Pensionäre muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Ruheständler nach ihrer Rückkehr auch wieder entsprechend geschult werden – sie haben einige Jahre verpasst. Die Polizeiarbeit hat sich weiterentwickelt – Stichwort Digitalisierung. Insgesamt verdeutlicht dieser Fall, dass in der Vergangenheit zu kurzfristig geplant wurde. Bei den Polizeiausbildern war die Personaldecke sehr gering. Werden dann politische Reformen wie die Einstellungsoffensive der jetzigen Regierung umgesetzt und steigt dadurch der Ausbildungsbedarf, fehlt es an allen Ecken und Enden.

Zum Thema