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Verkehr Luftraum über Europa in der Hochsaison überlastet / Nachtflugverbote führen zunehmend zu Landungen an anderer Stelle

Zu später Stunde wird Hahn angesteuert

Hahn/Frankfurt.Die zurückkehrenden müden Sommerurlauber erwarten ihre Landung in Frankfurt, Düsseldorf oder Stuttgart. Doch plötzlich finden sie sich im Hunsrück wieder, mitten in der Nacht. Der europäische Luftraum ist in der Hochsaison überlastet.

Immer wieder müssen verspätete Abend-Maschinen wegen des Nachtflugverbots am Frankfurter Flughafen und an anderen Airports auf den ehemaligen US-Fliegerhorst Hahn ausweichen; er besitzt eine 24-Stunden-Genehmigung. Ein- bis viermal pro Nacht kommt es zu solchen Landungen außerhalb des Flugplans, heißt es in Flughafenkreisen im Hunsrück. Christoph Goetzmann, Mitglied der Hahn-Geschäftsführung, nennt zwar keine Zahlen, bestätigt aber die Flugumleitungen an sich. Unwetter, Streiks, Personal- und Kapazitätsprobleme verdüstern den Himmel über Europa. Der Sprecher von Europas größtem Billigflieger Ryanair, Robin Kiely, sagt: „Das Jahr 2018 entwickelt sich zu einem der schlimmsten Jahre für Fluglotsen-Streiks in Europa.“

„Im Schnitt zwei pro Woche“

Die deutsche Airline Condor teilt unterdessen mit, im vergangenen Jahr habe sie den Flughafen im Hunsrück nicht außerplanmäßig in der Nacht angesteuert. Anders in der Hochsaison 2018: „Aufgrund der aktuellen Herausforderungen im europäischen Luftverkehr waren es im Schnitt unter zwei Flüge pro Woche.“

Meistens dient der Flughafen Hahn als Ausweichpunkt für den Airport Frankfurt, wo von 23 bis 5 Uhr ein Nachtflugverbot gilt. Die österreichische Fluggesellschaft Laudamotion erklärt zu ihren rund sechs Ausweichflügen nach Hahn seit Anfang Juni: „In der Regel betrifft es den letzten Flug des Tages nach Frankfurt.“ lhe