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Verkehr Die S-Bahn Rhein-Main ist 40 Jahre alt / Investitionen sollen den Verkehrsverbund entlasten

Zum Geburtstag: Ausbau dringend nötig

Archivartikel

Frankfurt.Damit die S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet zuverlässiger werden, wollen RMV, Bahn und Politik verstärkt in die Infrastruktur investieren. „Wir sind in den Hauptverkehrszeiten am Anschlag,“ sagte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat gestern bei der Feier zum 40. Geburtstag der S-Bahn in Frankfurt. Täglich fahren eine halbe Million Fahrgäste mit den Bahnen des RMV, der Abstand zwischen zwei S-Bahnen im Frankfurter City-Tunnel beträgt gerade einmal zweieinhalb Minuten. „Mehr geht nicht,“ sagte der RMV-Chef.

Mehr als zwölf Milliarden Euro

Investitionen in die S-Bahn Rhein-Main seien daher „dringend notwendig,“ sagte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Dazu gehören der neue Haltepunkt Gateway Gardens am Flughafen, das elektronischen Stellwerk im S-Bahntunnel und der viergleisige Ausbau der S6 bis 2022. „Mit dem Programm Frankfurt Rhein-Main plus und den Vorhaben des Bundesverkehrswegeplans 2030 sind wir auf dem richtigen Weg,“ sagte Al-Wazir. Mehr als zwölf Milliarden Euro sollen bis 2030 aus den Programm in das Schienennetz des Rhein-Main-Gebiets fließen. Damit die S-Bahn mit den steigenden Fahrgastzahlen mithalten kann, wünscht sich RMV-Chef Ringat zukünftig mehr eigene Gleise für die S-Bahnen, modernere Stellwerke und schnellere Planungsverfahren. Wichtig sei auch der Bau eines S-Bahn-Rings rund um Frankfurt. Diese Regionaltangenten West, Süd und Ost sollen den Knotenpunkt Hauptbahnhof entlasten. Die sieben Expressbus-Linien, die die Tangenten um die Stadt aktuell ersetzen, haben täglich mehr als 8500 Fahrgäste. „Das ist eisenbahnwürdig,“ sagte Ringat. Die Westtangente ist Teil des Programms Frankfurt Rhein-Main plus, Ost und Süd sind bisher nur Projektideen.

„Neuer Dreh“

Klaus Oesterling (SPD) vom Frankfurter Verkehrsdezernat machte auch die Taktung am Hauptbahnhof für die Unpünktlichkeit im Bahnverkehr verantwortlich. Aktuell ist für einen ICE eine Wendezeit von vier Minuten eingeplant.

„Wenn wir mit acht Minuten arbeiten würden, würde das die Pünktlichkeit im Gesamtsystem stärken.“ Jörg Sandvoß von der DB Regio AG kritisierte, dass in der Vergangenheit mehr Züge bestellt wurden, als es die Infrastruktur zuließ. „Alle wollen die Züge, aber niemand die Baustellen,“ sagte er. Die Diskussion habe inzwischen aber „einen neuen Dreh“ bekommen.