Länder

Prozess Gefälschte Ware wohl in eigenen Geschäften verkauft

Zwei Frauen vor Gericht

Archivartikel

Frankfurt.Vor dem Landgericht Frankfurt hat gestern der Prozess gegen zwei Frauen begonnen, die in ihren beiden Nobel-Boutiquen im großen Stil Handtaschen-Plagiate und andere Fälschungen verkauft haben sollen. Angeklagt ist die 38 Jahre alte ehemalige Geschäftsführerin sowie deren 50-jährige Schwester, die als Verkäuferin arbeitete. Sie betrieben die Boutiquen in der Frankfurter Goethestraße, wo internationale Edelmarken vertreten sind, sowie am Flughafen. Kunden waren vor allem Touristen aus Übersee.

Defekte Tasche führte zur Boutique

Die Staatsanwaltschaft legt den Angeklagten zur Last, bereits 2015 die gefälschten Artikel als sogenannte Outlet-Ware „preisreduziert“ angeboten zu haben. Zum Verhängnis wurde den Frauen, als eine teure Tasche eines italienischen Herstellers defekt war. Die Kundin wandte sich mit ihrer Beschwerde nicht an die Boutique, sondern direkt an den Hersteller. Dieser stellte bei einer Untersuchung dann fest, dass es sich um eine Fälschung handelte. Gegen die Boutique wurden juristische Schritte eingeleitet.

Als schließlich die Polizei im Juni dieses Jahres ein größeres Warenlager beschlagnahmte, wurde der Verkaufswert der Plagiate auf rund 600 000 Euro beziffert. Dazu gehörten 200 Handtaschen und 54 Markenunterhosen.

Die beiden Angeklagten kündigten für die kommenden Prozesstage Aussagen an. Die Wirtschaftsstrafkammer hat sechs Termine bis Ende Oktober angesetzt. lhe