Länder

Natur Acht tote Vögel in Park gefunden / Bäderbetriebe kämpfen weiter gegen Federvieh

Zwei Nilgänse mit abgetrenntem Kopf

Archivartikel

Frankfurt.Acht tote Nilgänse sind am Dienstagabend im Frankfurter Ostpark entdeckt worden. Weil zwei Tieren der Kopf fehlte, war die Polizei zunächst von Tierquälerei ausgegangen. Dieser Verdacht habe sich aber nicht erhärtet, da die Tiere wohl nicht am gleichen Tag starben, wie ein Sprecher gestern sagte. „Untersuchungen haben ergeben, dass die toten Nilgänse unterschiedlich stark verwest waren“, fügte er hinzu. Ob es einen Zusammenhang zwischen den toten Tieren gibt, sei daher fraglich. Somit relativiere sich der Anfangsverdacht, ein Tierquäler habe zugeschlagen.

Die Beamten halten es nun auch für möglich, dass die Gänse von anderen Tieren – etwa von Füchsen oder Hunden – tödlich verletzt wurden. Auch gebe es bisher keine Hinweise auf Täter. Aktuell ermittle man in alle Richtungen. Geplant sei, dass ein Veterinär die auf Eis liegenden Kadaver in den kommenden Tagen untersucht. Spätestens dann dürfte sich herausstellen, ob menschliche oder tierische Angreifer die unbeliebten Tiere getötet haben.

Nilgänse stören immer wieder Parkbesucher und Schwimmbadbetreiber in Frankfurt. Die Bäderbetriebe warten indes weiter auf eine Abschussgenehmigung für die Tiere im Brentano-Bad. Über den Antrag sei noch nicht entschieden, sagte ein Sprecher des Ordnungsamts, wo die untere Jagdbehörde angesiedelt ist. Mit der Abschussgenehmigung wurde auch eine vorzeitige Aufhebung der Schonzeit beantragt.

Nachdem phasenweise mehr als zwei Dutzend Nilgänse das Bad bevölkert hatten, leben derzeit nur sechs Tiere in Frankfurts größtem Freibad: ein Elternpaar und vier Jungtiere. Badegäste sorgen sich, dass der Kot der Tiere eine Gesundheitsgefahr darstellt. Auch die Erkrankung eines Zweijährigen vergangene Woche war mit Nilgänsen in Verbindung gebracht worden. Für Magen-Darm-Infektionen gebe es viele mögliche Ursachen, sagte ein Experte für Infektionskrankheiten beim Gesundheitsamt. Ob die Erkrankung des Jungen mit seinem Besuch des Brentano-Bads zusammenhänge, „bleibt reine Mutmaßung“. Generell gelte: „Kontakt mit Tierkot ist zu vermeiden.“

Badewasser nicht betroffen

Der Geschäftsführer der Bäderbetriebe, Frank Müller, betonte, das Badewasser sei dank Chlor und Filtration gesundheitlich unbedenklich. Der Beckenrand, wo sich die Tiere meist aufhalten, werde zudem mehrmals am Tag gereinigt. Die Liegewiesen würden regelmäßig abgesucht – es sei aber nicht möglich, sie komplett frei von Kot zu halten, sagte Müller.

In Wiesbaden sind der Stadtverwaltung bislang keine gesundheitlichen Probleme im Zusammenhang mit Nilgänsen gemeldet worden, wie das Ordnungsdezernat mitteilte. Ein gezielter Abschuss sei nicht erforderlich, denn die Tiere stellten keine langfristige Gefahr für andere Wasservogelarten dar. lhe