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Urteil

Zwölf Jahre Haft für Verstümmelung

Hanau.Im erneuten Prozess um die Gesichtsverstümmelung eines Mannes hat das Landgericht Hanau den Angeklagten zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Die Richter verhängten die Strafe gestern wegen gefährlicher und beabsichtigter schwerer Körperverletzung. Zu der Tat war es im Oktober 2016 in einer Wohnung in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) gekommen. Dort hatte der Flüchtling aus Eritrea dem damals 18-jährigen Somalier, ebenfalls ein Flüchtling, in den Hals gestochen. Laut Anklage entstellte er ihm mit Stichen, Schnitten und Bissen das Gesicht. Augen und Ohren wurden schwer verletzt, das Opfer ist seither nahezu blind.

Der Angeklagte war im Juni 2017 zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht musste sich aber erneut mit dem Fall befassen, weil der Bundesgerichtshof das erste Urteil wegen Rechtsfehlern aufhob. Die Verteidigung kündigte nach dem Urteil in Hanau an, in Revision gehen zu wollen. lhe