Leserbrief

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Ärgernis Konto-Gebühren

Am 21. August berichtete die FN in ihrem Wirtschaftsteil von einem Interview des Redakteurs Alexander Jungert mit dem Finanzexperten Martin Weber über das Thema Dispozinsen der Banken. Dabei hielt Herr Weber nichts von einer staatlichen Deckelung der Dispozinsen, da es dem Verbraucher freigestellt ist, davon überhaupt Gebrauch zu machen. Dies ist auch meine Meinung. Verfügt man nicht über die nötigen Geldmittel, muss der Konsum eben eingeschränkt werden, bis man wieder flüssig ist.

Noch schlimmer kommt es, wenn der Bankkunde den eingeräumten Kreditrahmen des Dispo überschreitet. Dann sind leicht 16 Prozent und mehr Zinsen fällig. Aber, wie gesagt, man muss diese Linien erst gar nicht in Anspruch nehmen.

Ganz anders sieht es bei den Girokonto-Gebühren aus. Die werden dem Kunden berechnet, ob er will oder nicht. Außer einem monatlichen Grundpreis werden für Überweisungen von Rechnungen 50 Cent und Lastschriften 40 Cent fällig. Selbst für beleglose Buchungen, wie Renten- oder Gehaltszahlungen werden 40 Cent berappt, obwohl es sich hierbei um Haben-Buchungen handelt, mit deren Geld die Bank ja verfügbare Mittel zufließen. Der Gipfel ist dann, wenn die Bank für die monatliche "Entgeltabrechnung" dieser Kosten, nochmals 40 Cent in Rechnung stellt.

So kommen schnell, je nach Anzahl der Geschäftsvorgänge, zwischen fünf und zehn Euro monatlich zusammen. Was ja alles nicht so tragisch wäre, würde die Bank für das Girokonto Habenzinsen vergüten. Die Sparkassen und Volksbanken müssen sich deshalb nicht wundern, wenn immer mehr Kunden zu den Direktbanken wechseln, zumal eine intensive Beratung für einfache Bankgeschäfte nicht mehr gefragt ist.