Leserbrief

Zum Thema Bundesgartenschau

Ökowunder U-Halle?

In den Buga-Planungsgruppen wurde mit hoher Priorität und allgemeinem Konsens eine Optimierung der Klimaschneise formuliert, und spätestens mit dem Ausgang des Bürgerentscheides dürfte sich herumgesprochen haben, dass viele Mannheimer Bürger sich von der Stadtverwaltung einen sparsamen, sprich wirtschaftlichen Umgang mit Steuergeldern erwarten. Dennoch fordert Bürgermeister Quast, gegen das Votum der Planungsgruppen, "über Erhalt oder Abriss der U-Halle solle weiter diskutiert werden". Die U-Halle hat eine Länge von etwa 360 Metern, eine Breite von zweimal etwa 30 Metern und damit eine bebaute klimaschneisenschädliche Fläche, die ungefähr so groß ist wie das benachbarte Gewerbegebiet Talstraße und deutlich größer als die Fläche der Spinelli und Au trennenden Aubuckel-Straße. Sie ragt nahezu quer als Barriere in die geplante Klimaschneise hinein. Wir erinnern uns an deren avisierte Breite von mindestens 600 Metern. Und wie würde es mit den Unterhaltskosten aussehen? Man wird sicherlich nicht falsch liegen, wenn man dem US-amerikanischen Bauwerk einen Heizenergieverbrauch von mehr als 20 Liter pro Quadratmeter und Jahr unterstellt. Während öffentliche Gebäude mit hohem Aufwand thermisch saniert werden, will Herr Quast einen isolationstechnischen Dinosaurier revitalisieren, den jeder Neubau (nach Verordnung weniger als 8 Liter) um wohl das Dreifache schlägt? Um dem Quast'schen Vorschlag nachhaltigen Sinn zu geben, muss man schon an ein doppeltes Ökowunder glauben. Und nebenbei: Wenn nach dem Begraben der Grundwassersee-Idee vielleicht noch weitere Kostentreiber des Buga-Vorplanungskonzeptes identifiziert und beseitigt werden, mögen ja Mittel zur Verfügung stehen, die denkmalgeschützte Herzogenried-Multihalle instand zu setzen. Dort stünden dann, wenigstens in der warmen Jahreszeit, auch Indoor-Flächen zur Verfügung.