Leserbrief

Abkehr von industrieller Tierhaltung nötig

Zum Artikel „33 000 Tote durch wirkungslose Antibiotika“

Warum haben Sie in Ihrem Artikel verschwiegen, dass eine der Hauptursachen für den Wirkungsverlust vieler Antibiotika in den Tiermastbetrieben unserer Fleischerzeuger zu suchen und zu finden ist? Es ist doch längst hinreichend bekannt, dass der Antibiotika-Einsatz Regel und gängige Praxis in der Tiermast ist. So erhalten zum Beispiel in den Erzeugerbetrieben Nordrhein-Westfalens 96 Prozent des Geflügels Antibiotika.

Zwar hat sich die in Deutschland in der Tiermast verabreichte Gesamtmenge von 2011 bis 2017 von 1706 auf 733 Tonnen mehr als halbiert. Dies hat jedoch darin seinen Grund, dass die eingesetzten Mittel zunehmend höher konzentriert sind. Bereits in der Tatsache, dass die hier von den zuständigen Behörden ausgewiesenen Mengen nicht in Form der Anzahl der verabreichten Einzeldosen, sondern nur nach Gesamtgewicht bezeichnet werden, spricht sehr dafür, dass man die katastrophale Situation gern möglichst weit unter dem Tisch halten möchte.

Medikamente unwirksam

Es werden in der Tiermast übrigens regelmäßig auch sogenannte Reservemedikamente eingesetzt. Diese Antibiotika sind eigentlich für Fälle in der Humanmedizin reserviert (und werden für solche Fälle extra zurückgehalten!), bei denen die üblichen Antibiotika wegen resistenter Erreger nicht mehr wirksam sind. Dies hat zur Folge, dass die Wirksamkeit der Medikamente, die uns unter Umständen morgen in dringenden Fällen helfen sollen, bereits heute in der landwirtschaftlichen Tiermast zunichtegemacht wird.

Das führt dann am Ende zu 33 000 Toten! Solches offenbar von der Bundesregierung und den zuständigen Behörden geduldete Vorgehen ist skandalös! Es gibt nur einen Weg, der aus der Misere herausführt und das ist eine grundsätzliche Abkehr von der industriellen Tierhaltung und Fleischproduktion!

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2PpRlto