Leserbrief

Adler-Trainerwechsel war bitter nötig

Zum Artikel „Adler ein gern gesehener Gast“ vom 18. Dezember:

Der Artikel „Adler ein gern gesehener Gast“ spricht nur die halbe Wahrheit an. Auslöser für den Trainerwechsel waren nicht nur Herbst-Pleiten, sondern ein kontinuierlicher Abwärtstrend mit dem langweiligsten Eishockey, das man je in der SAP Arena gesehen hat.

Dabei ist man als Adler-Fan leiden gewohnt – bereits in der letzten Saison im alten Friedrichspark sangen die Fans „La-le-lu, nur der Mann im Mond schaut zu, wenn die Adler schlafen“ – weitere Äußerungen aus dem Umfeld waren „Manager spricht der Mannschaft Charakter ab“, „Deutsches Eishockey langweilt“, „Komfort-Zone verlassen und wieder anfangen zu arbeiten“, „Management überdenken und nicht jedes Jahr das Geld verschenken“ und vieles mehr.

Die Adler denken offensichtlich schon lange nicht mehr selbstkritisch über ihre Außendarstellung nach, sehen sich immer noch als Eishockey-Top-Adresse und verkünden stolz den Absatz von 7000 Dauerkarten – die allerdings nur zustande kommen, weil man fast als einziger in der Liga keinen Konkurrenten um das Zuschauerinteresse aus der Fußball Bundesliga hat.

Tatsache ist eben auch, dass bereits vor ein paar Jahren Fans ihre Dauerkarten während der laufenden Saison an den Club zurückgeschickt haben, weil man mit der eigenwilligen Eishockey-Philosophie der Adler nichts mehr anfangen konnte. Die Adler-Welt ist längst nicht mehr so schön, wie man es sich selbst und anderen gerne einredet – dafür stehen auch ganze drei Meisterschaften in diesem Jahrtausend und der Umstand, dass sich zum Beispiel ehemalige Führungsspieler damit zufriedengeben (dürfen), neben dem Eis Klassen-Clown und Entertainer zu sein, statt konstante Leistung zu bringen.

Staatsanwaltliche Ermittlungen

Zwar hat man darauf verzichtet, sich beim Spengler-Cup überfordern zu lassen. Dafür gab es ein peinliches Vorrunden-Aus in der Europa-Liga, bei dem der Trainer eine Strafe bekommt, weil er seine Spieler nicht im Griff hat. Und es staatsanwaltliche Ermittlungen gegen einen Mannheimer Adler gibt, der jenseits vom Spielgeschehen einen Gegenspieler mit einem brutalen Check ins Krankenhaus geschickt hat ... Manchmal muss man sich selbst fragen, warum man überhaupt Adler-Fan ist!

Der Trainer- und Manager-Wechsel in der neuen Saison kann einen Neustart bewirken. Vielleicht kommt jemand auf die „sensationelle“ Idee, Spieler und Trainer (wie P. Gross), die aus dem Mannheimer Umfeld kommen, aber seit Jahren für andere Vereine konstant Top-Leistungen bringen, zurückzuholen. (Karsten Orth, Mannheim)

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2BFawp2