Leserbrief

An die eigene Bibel halten

Zum Artikel „Das geht zu Lasten der Bedürftigen“ vom 24. Januar:

Mit völligem Unverständnis habe ich den Artikel gelesen. Man untersagt einem gemeinnützigen Unternehmen, dem Futteranker Neckarau, die weitere Teilnahme an der Vesperkirche. Futterspenden an bedürftige Tierhalter dürfen, trotz Absprache im Vorfeld, nicht mehr abgegeben werden. Und das mit dem Argument, dass Tierfutter für Hunde und Katzen riecht, die Abgabe zu Lärmbelästigung führt und zudem vermehrt Ungeziefer angelockt wird.

Es sei dahin gestellt, was Frau Pfarrerin Ilka Sobottke als Lärmbelästigung empfindet. Hunde und Katzen durften sich ja, laut Aussage der Futteranker-Mitarbeiterin, nicht in der Abgabestelle aufhalten. Aber das Argument Geruch und Ungeziefer ist sicher ein vorgeschobener Grund für die Absage. Hunde- und Katzenfutter in verschlossenen Verpackungen riecht nicht und zieht auf keinen Fall Ungeziefer an.

Verspätete Absage

Hier drängt sich doch der Verdacht auf, dass Frau Pfarrerin Ilka Sobottke die Teilnahme des Futterankers einer Vesperkirche nicht mehr für würdig hält. Die verspätete Absage per Mail mit der Ausrede, keine Telefonnummer zu haben, ist gelinde gesagt unwahr. Sowohl auf der Homepage des Futterankers als auch auf deren Seite bei Facebook wäre es ein Leichtes gewesen, diese zu ermitteln. Vielleicht sollten die Verantwortlichen sich, als christliche Kirche, auch einfach mal an ihre eigene Bibel halten: „Der gute Mensch sorgt für seine Tiere, der Gottlose aber behandelt sie grausam“ (Sprüche 12.10).

Für die Menschen, die das Angebot der Vesperkirche nutzen und die Tiere haben, wäre es eine Erleichterung gewesen, auch für ihre vierbeinigen Gefährten etwas zu Essen zu bekommen.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2WsSeRC