Leserbrief

Leserbrief: Zu "Markt will witzige Schilder aufstellen" (FN 12. März)

Andere Dinge sind wichtiger

Hunde an die Leine? Dass der Gemeinderat Kreuzwertheim trotz Wirtschaftskrise und Amokläufern in Schulen keine anderen Sorgen hat, ist schon befremdlich. Anstatt Gelder für "lustige" Beschilderung auszugeben, sollte man doch eher an den Hundebesitzer appellieren.

Ohne Frage ist das Anleinen innerhalb von Wohngebieten richtig und vernünftig. Aber nun wird einem noch der Gassi-Parcours vorgeschrieben! Es liegt nun mal in der Natur des Hundes, auch einmal frei "herumzuspringen".

Liest man sich den Artikel durch, könnte man gerade den Eindruck gewinnen, als wären Hunde der Feind des Menschen oder fielen gleich über Familien und Radfahrer her. Wobei man zu den Radfahrern auch noch nebenbei erwähnen sollte, dass diese durch rücksichtsloses Verhalten für Fußgänger ja auch eine Gefahr darstellen können.

Man benennt hier die Problematik hinsichtlich der Beschwerden über Hunde im Außenbereich. Sicherlich hätte man eine vernünftigere Lösung finden können. Aber, die Kassen mit der eingenommenen Hundesteuer müssten ja prall gefüllt sein. Da kann man natürlich lustige Schilder produzieren lassen.

Ich hoffe, dass alle Tierfreunde diese "zweckmäßige und ausgewogene" Entscheidung auch bei der nächsten Wahl beachten werden und genauso "zweckmäßig und ausgewogen" entscheiden werden, wer Stimmen bekommt. Vorschlag für die Beschilderung: "Vorsicht Hundefeinde, betreten auf eigene Gefahr!"

Es passieren in unserer Gesellschaft fürchterliche Ereignisse, hervorgerufen durch den Menschen. Sollte man sich da nicht fragen, was jeder Einzelne zur gesellschaftlichen Situation beitragen kann, anstatt sich um Dinge zu kümmern, die weder tragisch sind, noch Menschenleben zerstören.

Ich denke, wir sollten uns fragen, wie wir gemeinsam tragische Ereignisse verhindern können. Denn auch die fangen bereits im kleinen Kreis an.