Leserbrief

Andere Gemeinden schützen ihre Bürger

Zum Thema Flüchtlingsunterkunft in der verlängerten Mozartstraße unter Hochspannungsleitungen:

Im Zuge der Nord-Süd "Stromautobahn" werden die vorhandenen Stromleitungen über 70 Prozent von 220 KV auf 380 KV verstärkt. Bei der Weiterführung der "Stromautobahn" an Ilvesheim vorbei über Ketsch und Brühl ist dort die Wohnbebauung inzwischen so nah an die Hochspannungsmasten herangerückt, dass sie versetzt und an einer anderen Stelle gebündelt werden müssen. Dies erreichte eine Bürgerinitiative in Ketsch "Bürgerdialog Stromnetz".

Außerdem wurde vorgesehen, dass aus Sicherheitsgründen ein 1000 Meter Trassenkorridor zwischen Hochspannungsleitungen und Wohngebäuden eingeplant wird. Schließlich entstehen magnetische und elektrische Felder, wo Strom fließt. Wobei noch nicht bewiesen ist, dass diese nicht schädlich sind. Das Bundesamt für Strahlenschutz startet deswegen ein Forschungsprogramm mit dem Ziel: Ausmaß und Auswirkungen von magnetischen und elektrischen Felder auf das Umfeld.

Der Umbau der Hochspannungsmasten betrifft auch die Stromleitungen in Ilvesheim an der Feudenheimer Straße zwischen Autobahn und Lidl-Filiale. Ilvesheims Bürgermeister Metz plant, im Einklang mit dem Gemeinderat, eine dauerhafte und feste Wohnbebauung für Flüchtlinge und sozial schwache Personen unter den Hochspannungsmasten.

Die beantragte Baugenehmigung sieht vorerst einen Wohnblock, aber insgesamt drei Blöcke mit 100 Wohnungen für 300 Menschen vor. Diese Planung kann man kaum nachvollziehen, da Herr Metz in seinem Flugblatt vor der Bürgermeister- Wahl (17.5.2015), als sein Ziel bei Natur und Umweltschutz versprach "größtmöglichen Schutz der Bevölkerung beim Ausbau der geplanten Hochspannungsleitung von 220 KV auf 380 KV." Auch Flüchtlinge und sozial schwache Personen fallen unter "Bevölkerung". Andere Gemeinden (Ketsch) schützen ihre Bürger.

Es stellt sich die Frage, sind Flüchtlinge und sozial schwache Menschen in Ilvesheim weniger wert, als die Anwohner unter den Hochspannungsleitungen in Ketsch? Deswegen keine Festbebauung unter den Hochspannungsleitungen!