Leserbrief

Leserbrief Über die Energiewende

Andere Strukturen und andere Akteure

Der Physiker Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer-Institutes für Solare Energiesysteme ISE Freiburg, hat sich in einem Artikel Anfang Mai 2014 dazu so geäußert: "Die Transformation des globalen Energiesystems hin zur effizienten Verwendung von zunehmend Erneuerbaren Energien ist unaufhaltsam. Offen ist, ob die Geschwindigkeit dieser Transformation von der Verknappung fossiler und nuklearer Energieressourcen bestimmt wird, vom Klimawandel oder von den sich immer deutlicher abzeichnenden ökonomischen Vorteilen der Energiewende."

Umstellungsprozess

Schauen wir uns die Bereiche genauer an. Der Umbau eines Energie-Systems kann nicht 1:1 stattfinden, es braucht andere Strukturen, andere Akteure, es sind andere Technologien notwendig. Es wäre blauäugig anzunehmen, dass dies ohne größere Konflikte und Auseinandersetzungen passieren kann. Wenn die Gesellschaft das will und meiner Ansicht nach führt da kein Weg vorbei, muss sie sich auf diesen Umstellungsprozess einstellen und ihn bestmöglich organisieren.

Wir sind mit neuen Technologien und Geräten zwar schon auf einem Weg, die Energie effizienter zu nutzen; ein gutes Beispiel sind die LED-Leuchten. Aber bis jetzt hat sich das noch nicht auf die Energieverbräuche ausgewirkt.

Jede Verbrauchseinsparung wird durch die folgende Mengenausweitung wieder wett gemacht (Reboundeffekt). Man kauft sich einfach vom Ersparten wieder mehr oder etwas anderes und damit ist nichts gewonnen.

Es ist naiv anzunehmen, dass wir aus diesem Teufelskreis so ohne weiteres aussteigen könnten und, wie immer behauptet wird, mit Sparen alleine das Problem zu lösen wäre. Keine gewählte Regierung hat bis heute durch Gesetze nennenswerte Energieeinsparungen zustande gebracht. Solange der Mensch nicht zum Verzicht bereit ist, brauchen wir Energie, viel Energie.

Die Gewinnung von Kohle, Öl und Gas wird trotz oder gerade wegen Fracking immer aufwändiger, kostspieliger und umweltschädlicher.

Die Atomkonzerne würde sich gerade sehr gerne von ihren teuren Altlasten trennen und das Risiko und die Kosten für das Abräumen der Atommeiler vollständig der Gesellschaft aufbürden.

Der große Antreiber und Motivator für eine rasche Änderung der Energieerzeugung ist die globale Erwärmung sein. Seit Ende der 1970er Jahre haben sich die Erkenntnisse verdichtet und sind jetzt wissenschaftlich völlig unstrittig, dass der Mensch die Hauptursache für die globale Erwärmung ist. Dieses "Experiment" führt zu einer Gefährdung für die Menschheit, die sich in einem Wettlauf mit der Zeit befindet. Einmal über ein gewisses Maß hinaus in Gang gekommen, ist die Erwärmung nämlich nicht mehr zu stoppen.

Inzwischen kostet der Strom von Photovoltaik oder Wind um 10 Cent/Kilowattstunde und liegt damit unter den Kosten von neuerrichteten Kohle- Gas- und Atomkraftwerken.

Ein neues Energiesystem bringt viele Vorteile: Es ist billiger und umweltschonender, hat einen viel geringeren Subventionsbedarf, bringt mehr Beschäftigung und schützt das Klima.