Leserbrief

"Anti-Fußgänger-Wall gefährdet die Sicherheit"

Zum MM-Artikel vom 9.11.2017, "Neue Markierungen sollen gefährliche Stellen entschärfen"

Sie berichten, dass die sogenannte Verkehrskommission des Rhein-Neckar-Kreises eine "gefährliche Stelle" auf der Kreisstraße entlang der Ladenburger Weihergärten entdeckt hat. Ein "nicht genehmigter Weg" führe vom Wohngebiet zur Kreisstraße, um von dort direkt zu den gegenüberliegenden Feldwegen zu gelangen. Man habe sich darauf verständigt, das "Queren der Fahrbahn an dieser Stelle zu unterbinden".

Gratulation! Seit rund 40 Jahren gibt es diesen zwei Meter langen Trampelpfad, und jetzt plötzlich muss er mit einem Betonriegel versperrt werden. Von bisherigen Unfällen an dieser Stelle ist mir nichts bekannt. Aber wie ist die Situation nun nach Sperrung dieses Durchganges? Die Spaziergänger und Radfahrer kommen von Leutershausen oder Neuzeilsheim auf dem Feldweg und wollen an dessen Ende die Kreisstraße überqueren.

Aber wo sollen sie bleiben? Das Verlassen der Straße ist ihnen versperrt. Nach der weisen Entscheidung der Verkehrskommission sollen sie jetzt 500 Meter auf der unbeleuchteten Kreisstraße entlanglaufen bis zur nächsten Straßeneinmündung.

Kein Gehweg und kein Radweg ist hier vorhanden - und die Autos dürfen hier 70 km/h fahren. Das soll die Sicherheit erhöhen! Das pure Gegenteil ist der Fall. Die Fußgänger und Radfahrer können die Straße nicht verlassen. Wo sollen sie hin? Seit Bestehen der Straße hat es den Übergang gegeben, und der Kreis hat es Jahrzehnte lang versäumt, hier eine sichere Straßenüberquerung anzulegen. Und dieses Versäumnis will er jetzt durch den Bau eines Anti-Fußgänger-Sperrwalles aus der Welt schaffen.

So sollte man mit den Bürgern nicht umgehen. Hoffentlich setzen sich die Ladenburger Stadträte und der Ladenburger Bürgermeister dafür ein, dass die gefährliche Sperre schleunigst entfernt wird, und dass stattdessen hier endlich ein sicherer Übergang über die Weinheimer Straße entsteht.