Leserbrief

Auch mal über alternative Möglichkeiten diskutieren

Zum Artikel „Bürger lehnen Kahlschlag ab“ vom 16. Juli:

Wegen der Dammsanierung zwischen dem Großkraftwerk und dem Lindenhof regen wir uns auf, dass 1000 Bäume gefällt werden sollen. Es ist nicht nachgewiesen, dass so viel Bäume gefällt werden müssen! Da gibt es sicher bessere Lösungen. Wie viele alte Bäume gibt es überhaupt im Waldpark? Soll der Waldpark bald so aussehen wie das Glückstein-Quartier, so kahl und baumlos?

Dort wurden wegen der Bebauung 40 alte Bäume gefällt. Jetzt im Juni hat die Stadt Mannheim elf alte Bäume für den Bau des technischen Rathauses fällen lassen. Wohlbemerkt im Juni! Die Stadt Mannheim braucht sich nicht an die Baumschutzsatzung halten, die für alle anderen gilt. Sie hat sie einfach übergangen. In der Vergangenheit wurden in der Offizierssiedlung 480 alte Bäume und in den Quadraten B 5, C 7, L 6, Q 7 sowie R 6 und R 7 über 40 alte Bäume gefällt. In den T-Quadraten mussten elf gesunde Kastanien dran glauben.

Ich könnte noch weitere Beispiele aufzählen. Die Bäume in der Innenstadt waren fast genauso wichtig wie die 1000 Bäume im Waldpark. Es ist bekannt, dass Bäume, insbesondere die alten Bäume, enorm wichtig für die Luftqualität sind. Sie produzieren den lebensnotwendigen Sauerstoff. Für jeden gefällten Baum müssten mindestens 200 junge Bäume gepflanzt werden, um die gleichen Effekte für die Luftqualität zu erreichen.

Jetzt endlich sind die Mannheimer Parteien aufgewacht. Es stehen ja schließlich Gemeinderatswahlen im nächsten Jahr an! Endlich melden sich auch die Bürger zu Wort. Das habe ich leider in der Vergangenheit vermisst. Vielleicht kann der Supergau der Fällung der Bäume im Waldpark doch noch verhindert oder zumindest im erheblichen Maß reduziert werden. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Mein Appell an die Gemeinderatsmitglieder und Parteien der Stadt Mannheim lautet, über alternative Möglichkeiten nachzudenken und zu diskutieren. (Bernhard Welker, Mannheim)

Beim Lesen der „Expertenmeinungen“ und der Begründungen hierfür kann ich nur noch den Kopf schütteln. Wo, bitteschön, fangen diese Herren an zu denken? Bei den Kosten? Nicht bei den möglichen Lösungen zum Wohle der Bürger und zum Schutz der Natur? Man sollte mal den Gegenwert eines einzelnen Baumes mit rund 100 Jahren Lebenserwartung gegenrechnen. Ich möchte nicht bei technischen Lösungen und Normen mitreden, die man sowieso nicht in einen Topf werfen kann, denn jede Baumaßnahme hat unterschiedliche Bedingungen.

Aber ich halte es für erbärmlich, wenn bürgerfreundliche Lösungen aufgrund von vorgegebenen Kosten von vornherein ausgeschlossen werden. Wie viel Geld wird überall verbrannt, im Bund, den Ländern und Kommunen? Jährlich, wöchentlich, täglich, stündlich. Herr Stelzer und Kollegen sowie unsere Kommunalpolitiker sollten mal die Sammelbüchse in die Hand nehmen zum Wohle unserer Bevölkerung. (Dieter Grimm, Altrip)

Als interessierter Bürger, möglich Betroffener eines Deichbruches und Bewohner des Almenhofes besuchte ich die Informationsveranstaltung des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe im John Deere Forum. Ich fand es teilweise beschämend und befremdend, wie sich die Mitarbeiter des RP Anfeindungen anhören und erwehren mussten. Diese Mitarbeiter haben einen klaren Arbeitsauftrag erhalten, den sie nach ihrem besten Wissen und Erkenntnissen nachkamen und versuchten, hier offen darzulegen. Es kann nicht sein, dass sie sich als „Lügner“ und „Mauschler“ (die Verträge sind wohl schon abgeschlossen, und wer verdient da daran) hinstellen lassen müssen. Der Großteil der Leute, die auf vielfach unsachliche Art und Weise an der Veranstaltung teilnahmen, lassen sich in ihre Geschäfte doch auch nicht reinreden und entscheiden eigenständig.

Ich bin täglich im Waldpark unterwegs und mit Sicherheit nicht für das große, geplante Baumfällen, aber ich muss, als Laie, die Gutachten der Sachverständigen akzeptieren. Ich habe großen Respekt vor den gesamten Mitarbeitern des RP, die sich auch durch die Anfeindungen und Beleidigungen nicht aus der Reserve locken ließen und stets sachlich und ruhig Rede und Antwort standen. Zum Schluss möchte ich noch Herrn Lowack, Bürger-Interessen-Gemeinschaft Lindenhof, für seine sachlichen Ausführungen danken, wodurch es dann letztendlich doch, entgegen meiner Befürchtungen, zu einem einigermaßen versöhnlichen Abschluss kam. (Arno Germer, Mannheim)

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2LgyL46