Leserbrief

Auf Kauf verzichten

Zum Artikel „Trinkhalme vor dem Aus“ vom 20. Dezember:

Dass durch Vermeidung von unnötigen Plastikprodukten 3,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid verhindert werden können, ist eine gute Nachricht. Doch wird diese Menge tatsächlich eingespart werden? Ich habe da meine Zweifel. Nehmen wir das Beispiel Wattestäbchen. Die kann man natürlich aus lokal gewachsenem Holz ohne lange Transportwege herstellen. Aber ich könnte wetten, dass es Bambus sein wird, der nicht Kohlendioxid einsparend unter Verbrennung von Schweröl aus Asien herbeigeschifft wird.

Dass die Verbraucher durch die Maßnahmen der EU Geld sparen, ist wohl eher in der Kategorie Wunschdenken anzusiedeln. Es ist – aus langer Erfahrung – davon auszugehen, dass Ersatzprodukte teurer sein werden. Mit guter Begründung, versteht sich, unter Aussparung und Verschweigung der satten Gewinnspannen. Umweltbewusstsein kostet halt etwas!? Billiger wird es für den Verbraucher nur, wenn er auf den Kauf unnötiger Produkte vollständig verzichtet.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2QXGesr