Leserbrief

Aus dem Arbeitsleben gerissen

Zum Artikel „Kinder hierzulassen ,zerreißt mir das Herz’“ vom 12. Januar:

Mit großer Trauer möchte ich hiermit den plötzlichen Heimgang (Flug) meiner Kollegin Anita und meines Kollegen Dan bekunden. Sie wurden in der Vorweihnachtszeit mit ihren drei Kindern nach Albanien zurückgeflogen. Mitten aus dem Arbeitsleben, in der unter Personalmangel leidenden Pflege, wurden sie von uns genommen.

Abschied unmöglich

Ich konnte mich nicht verabschieden, aber ich möchten ihnen nachrufen: Ihr wart beide integriert, bemüht, mit eurer Familie einen festen Platz in unserer Gesellschaft zu behalten, zuverlässig, ordentlich, immer hilfsbereit und freundlich zu den Kollegen und zu den Menschen, die ihr betreut habt.

Am Tag der Abschiebung war ich im Spätdienst tätig, sah aus dem Fenster in den Himmel, in den ihr entschwunden seid. Ich bin traurig! Ihr fehlt! In der Hoffnung auf neue Programme und konkrete Projekte der Politik, die doch Menschen für die Pflege sucht.

Ich finde es gut und wichtig, dass der „MM“ zu der nach Albanien ausgewiesenen Familie Kontakt hält. Man könnte ganz böse sagen: Diese Ausweisung war ein voller Erfolg. Jetzt sind die Kinder und die Eltern krank, entwurzelt und verstört. Zudem leben sie in einer nicht gerade anheimelnden Behausung. Im Gegensatz dazu gelingt es offenbar den Behörden nicht, Menschen abzuschieben, deren Vorstrafenregister sich liest wie ein Handbuch.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2VTx2nw