Leserbrief

Aus den Fehlern gelernt

Zum Artikel "Straße frei für Putzkolonne" vom 20. Februar:

Über die verdreckten Mannheimer Straßen ist schon viel geschrieben worden. Ursache dafür ist neben einer mangelhaften Reinigung seitens der Bürger und der Stadtverwaltung auch der unvorteilhafte Aufbau der Straßenoberflächen.

Die vorherrschende historisch bedingte Konstruktion trennt den Gehweg von der Fahrbahn und sieht die Wasserführung entlang der Gehwegbordsteinkante vor. Durch die reinigende Wirkung des Regens werden Schmutzstoffe in die Rinnen gespült, wo diese zumeist liegenbleiben. Bei der maschinellen Rinnenreinigung entsteht nun der Nachteil, dass - sofern parkende Fahrzeuge vorhanden sind - diese die Reinigungsarbeiten beeinträchtigen, wenn nicht sogar ganz verhindern. Legt man dagegen die Wasserführung in rinnenbildender Form mittels Bord- oder Muldensteinen vor die parkenden Fahrzeuge oder bei schmalen Straßen in die Straßenmitte, dann ist stets eine Zugänglichkeit mit der Kehrmaschine möglich. Auch wäre dann ein großes Problem der Reinigungskräfte beseitigt, indem keine parkenden Fahrzeuge über den Straßeneinläufen stehen und die Entleerung der Schlammeimer erschweren.

Die vorgesehenen Parkverbote zur Durchführung von Rinnenreinigungen nach der geplanten Pilotaktion würden sich ohnehin erübrigen. Leider wurde dieses einfache Straßenbauprinzip nicht immer konsequent angewandt. Nehmen wir z.B. die Bellenstraße auf dem Lindenhof, die im Zuge der Baumaßnahme zur "B-Linie" vollständig nach klassischem Muster umgebaut wurde.

Das Ergebnis ist sichtbar, der Unrat sammelt sich in der Rinne an, sofern er nicht mühsam per Hand beseitigt wird. Hoffentlich haben die Verantwortlichen inzwischen aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und berücksichtigen zukünftig pflegeleichtere Straßenkonstruktionen, um den Reinigungskräften ihre Arbeit zu erleichtern, damit die Mannheimer Straßen ein Stück sauberer werden."