Leserbrief

Leserbrief Zum Thema Diesel-Fahrverbote

„Autohersteller lachen sich ins Fäustchen“

Der Berg kreißte und gebar eine Maus“ (altes Sprichwort). Wie vorhersehbar werden die Besitzer von älteren Dieselfahrzeugen weiter an der Nase herumgeführt.

Die GroKo feiert zwar ihre letzten Beschlüsse zur Dieselproblematik als Durchbruch, aber in Wirklichkeit ist es weiterhin ein politisches Trauerspiel, denn die Automobil-Lobby bestimmt allein, wo es lang geht.

Ich habe meinen Golf mit dem manipulierten Diesel E189 im guten Glauben an einen Emissionswert von 110 g CO 2, laut Hersteller gekauft. Wie sich dann 2015 herausstellte, wurde dieser Wert aber um ein Vielfaches überschritten.

Mit der Nachrüstung (Update) sollte dann das Abgasproblem zu 100 Prozent behoben sein – so jedenfalls die schriftlicher Zusicherung des Hersteller –, aber daran geglaubt haben eh nur die Zweckoptimisten und manche Politiker. Anstatt wie von einem Rechtsstaat zu erwarten, die Verursacher zur Rechenschaft zu ziehen, sollen diese nun auch noch belohnt werden. Bei einem Umtausch meines Autos müsste ich trotz Umweltprämie zirka 20 000 Euro draufzahlen. Die angedachten Prämien der Autohersteller sind gerade mal das, was zur Zeit auch durch Rabatte zum Beispiel beim Kauf über das Internet erzielt werden kann. Dazu passt die aktuelle Meldung, dass der Automarkt in Deutschland massiv eingebrochen ist. Die Autohersteller lachen sich ins Fäustchen, denn obwohl sie millionenfach geschummelt (betrogen) haben, machen sie jetzt auch noch ein gutes Geschäft dabei.

Zudem ist die Verschrottung der relativ noch jungen Euro 5 Fahrzeuge ökologisch und ökonomisch ein Unfug.

Warum man den Diesel, der einmal als ziemlich sauber gegolten hat, nun als den Sündenbock auserkoren hat, ist nicht gerechtfertigt und nicht nachvollziehbar.

Bei der ganzen Debatte um saubere Luft/Umwelt bleibt der immer weiter wachsende Flug- und Schiffsverkehr gänzlich außen vor und wird von Politik und Öffentlichkeit weitgehend ignoriert.

So bläst zum Beispiel ein großes Kreuzfahrtschiff mit Schweröl betrieben soviel Schadstoffe in die Luft wie eine Million Autos, die die gleiche Strecke zurücklegen.