Leserbrief

Baumschutzsatzung der falsche Weg

Zum Artikel „Kampf gegen den Kahlschlag“ vom 3. Juni:

Ob sich mit dem zusätzlichen bürokratischen Aufwand und den damit entstehenden höheren Verwaltungskosten der Baumbestand in den Innenbereichen von Mannheim verbessert, muss stark bezweifelt werden. Man wird sogar das Gegenteil dessen erreichen, was man mit der neuen Satzung anstrebt.

Die privaten Grundstückseigentümer werden in Zukunft darauf achten, dass sich keine großen Bäume mehr auf ihren Grundstücken entwickeln und in den Innenbereichen von Mannheim werden dann langfristig noch weniger Bäume zu finden sein, da Bäume auch nicht ewig leben. Eines ist aber sichergestellt, Baugenehmigungen dauern noch länger als bisher und die Durchführbarkeit von Baumaßnahmen wird erschwert.

Ideelle Wertschätzung

Auf die Rechtsprechung wird im Streit um Ausnahmegenehmigungen einige Arbeit mehr zukommen. Stattdessen wäre es sinnvoller gewesen, wenn man ein Miteinander mit den privaten Grundstückseigentümern gesucht hätte, durch finanzielle Anreize oder sonstige Vergünstigungen für Grundstücke mit großen Bäumen.

Schließlich kosten alte große Bäume, die die Allgemeinheit erfreuen, auch Geld hinsichtlich Pflege, Verkehrssicherheit und Wurzelschutzmaßnahmen, da Baumwurzeln mitunter die Fundamente von Gebäuden unterwachsen, Wasser entziehen und vor allem bei bindigen Untergrund Setzrisse im Mauerwerk verursachen können. Alles Schäden und Kosten, die der Grundstückseigentümer zu tragen hat. Mit einer Förderung würde neben einer ideellen auch eine finanzielle Wertschätzung der Bäume stattfinden. Der vom Gemeinderat eingeschlagene, nicht durchdachte Weg, ist die falsche Vorgehensweise. Schade, um die Bäume, die nun verfrüht den Kettensägen zum Opfer fallen. (Harald Baumann, Mannheim)

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2XCq2fx