Leserbrief

Bebauung der Grünflächen an vielen Stellen Thema

Zum Artikel „Stadt findet Kita-Investor“ vom 5. Februar:

Im Lindenhof wird an der Ecke Waldparkstraße und Landteilstraße auf einer öffentlichen Grünfläche eine mehrgeschossige Kita geplant. Meines Erachtens wird damit sehenden Auges eine städtebauliche Fehlentwicklung eingegangen. In den städtebaulichen Leitlinien der Stadt Mannheim sind „ökologische Maßnahmen (Energieeffizienz im Altbaubestand, Verbesserung des Stadtklimas, Reduzierung von Lärm und Abgasen)“ als eine „zentrale kommunalpolitische Aufgabe“ genannt. Hier im Lindenhof würde aber eine bestehende und sicher auch funktionierende Frischluftschneise unterbrochen und eine bestehende öffentliche Grünfläche verkleinert.

Man sollte die städtebauliche Figur dieses Teils des Lindenhofs betrachten. Hier existiert ein Grünzug, der vom Stephanienufer und dem Rhein bis zur Meerfeldstraße und darüber hinaus reicht und an dem offen zeilenartige Wohngebäude mit ihren Außenanlagen und Erschließungsflächen liegen. Über diese werden weitere Straßenzüge „belüftet“. Der Einbau eines Gebäuderiegels an der genannten Stelle muss jedem klarmachen, dass hier etwas über die zu fällenden Bäume hinaus zerstört wird.

Notwendigkeit für Kita-Plätze

Natürlich gibt es die Notwendigkeit und berechtigte Interessen Kita-Plätze im Lindenhof einzurichten. Bei dem Umfang der Bautätigkeit gerade in diesem Stadtteil im Bereich von Glücksteinquartier und Mannheim 21 – wie es diese seit dem Wiederaufbau nach 1945 nicht mehr gegeben hat – müssten solche Einrichtungen aber dort untergebracht werden können. Dass dies nicht geschehen ist, ist bedauerlich, aber noch sind Nachbesserungen möglich. Auch andere alternative Standorte für Kita Einrichtungen im bestehenden Teil des Lindenhofs sind in der Diskussion und auch in der konkreten Planung.

Das Thema Frischluftschneisen und Bebauung von Grünflächen ist auch an anderen Stellen in der Diskussion (Feudenheimer Au etc.). Es gilt, Leitlinien der städtebaulichen Entwicklung um- und durchzusetzen, um Ziele des nachhaltigen Leitbilds 2030, das Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz in seiner diesjährigen Neujahrsrede genannt hat, für die Mannheimer Stadtentwicklung zu erreichen. Daraus noch folgendes Zitat: „Stadtgrün erhöht die Lebensqualität, garantiert ein gutes Klima und biologische Vielfalt. Mannheim verfügt 2030 über zahlreiche gepflegte Grün-und Freiflächen, an deren Entwicklung und Erhalt sich die Mannheimerinnen und Mannheimer beteiligen. Die Stadtverwaltung betreibt ein nachhaltiges Flächenmanagement, das klima-ökologische Aspekte berücksichtigt.“ Auf die Standortwahl für öffentlich genutzte Gebäude sollten solche Grundsätze Anwendung finden.

Ulrich Lommel, Mannheim

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2xfxLYF