Leserbrief

Beharrlich Buchprojekte beendet

Zum Artikel „Stirbt die Hoffnung zuletzt?“ vom 31. Dezember:

Sehr geehrte Frau Amodeo, herzlichen Dank für Ihren interessanten Artikel zu den Parallelen zwischen den Weltsichten eines Dante Alighieri in der „Göttlichen Komödie“ und Ernst Bloch im „Prinzip Hoffnung“. Es macht Lust auf die Ausstellung im April 2021, die hoffentlich vor Ort betrachtet werden kann.

Zum Leben von Dante weiß ich wenig. Zu Ihrer Schilderung von Ernst Blochs Leben im Exil möchte ich jedoch ein kleines, aber wichtiges Detail hinzufügen. Sie schreiben, dass „zu seinem Leben damals (...) eine unsichere materielle Situation (gehörte), die ihn mitunter an die Grenze zur Armut brachte. Er hat sich aber nicht entmutigen lassen und beharrlich seine philosophischen Studien und Buchprojekte fortgesetzt und vollendet“.

Von seiner Frau unterstützt

Ernst Bloch war nicht allein in den USA. Während er sich seinen philosophischen Studien widmete, verkaufte seine Frau Versicherungen, arbeitete als Bedienung oder, wenn sie Glück hatte, in ihrem Beruf als Architektin. Mit dieser Unterstützung fiel es Bloch sicher leichter, sich nicht entmutigen zu lassen. Das schmälert nicht das Verdienst des Philosophen, aber es gehört zur Wahrheit. Und so wie die Ausstellung gut in die Zeit passt, so können wir für dieses „Detail“ durchaus Parallelen in der heutigen Zeit finden.
Claudia Schöning-Kalender, Mannheim