Leserbrief

Betriebshöfe müssen weg von Wohngebieten

Zum Artikel „Millionen für neue Betriebshöfe“ vom 9. April:

Fassungslos habe ich registriert, dass im Süden des Konversionsgeländes von Spinelli zukünftig ein zentraler Betriebshof errichtet werden soll. Denn das Paradoxe an diesem zentralen Betriebshof ist, dass hier mehrere städtische Betriebshöfe aus abgelegenen Gewerbegebieten aufgegeben und zusammengelegt werden sollen.

Die bisherigen größeren Betriebshöfe befinden sich in Gewerbegebieten (im Harrlachweg zwischen Seckenheimer Landstraße und Autobahn Mannheim-Heidelberg; im Lina-Kehl-Weg am Rande des Käfertaler Waldes oder im Gartenschauweg zwischen Luisenpark und Rhein-Neckar-Stadion). Jetzt soll es also stattdessen einen Super-Betriebshof geben in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Wohngebiet Spinelli-Süd und in nächster Nähe zum verdichteten Wohngebiet Wingertsbuckel/Aubuckel/Adolf-Damaschke-Ring und Talstraße.

Das Wohnen im Süden von Spinelli wäre kein Wohnen im Grünen, sondern ein Wohnen am Betriebshof mit großen permanenten Anlieferungs- und Auslieferungsverkehr von gewerblichen Fahrzeugen sowie von Mitarbeiterfahrzeugen. Gewerbliche Stätten sollen aus Gewerbegebiete abgezogen und in der unmittelbaren Nähe von Wohngebieten angesiedelt werden. Bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass den Planern die Wohn- und Lebensqualität der Anwohnerschaft völlig egal ist? Meines Erachtens wird hier Politik auf dem Rücken der Bürger gemacht.

Bürgerinitiative als Konsequenz

Zudem ist es heutzutage schon alles andere als attraktiv, im Feudenheimer Norden zu wohnen. Denn schon heute leidet die Anwohnerschaft massiv unter einem sehr hohen Verkehrsaufkommen. Durch das große Neubaugebiet im Norden von Spinelli soll es auf dem hoch belasteten Aubuckel vormittags 23 Prozent mehr und nachmittags 30 Prozent mehr Verkehr geben, im Bereich Wingertsbuckel/Talstraße durch die Neuplanungen auf Spinelli sogar bis zu 44 Prozent!

Ich finde es konsequent, dass die Anwohnerschaft die Bürgerinitiative „Feudenheim Nord“ gegründet hat, um diesen auch betriebswirtschaftlich sehr fragwürdigen Betriebshof vor ihrer Haustür zu stoppen. Es darf keine neuen großen Betriebshöfe in der unmittelbaren Nachbarschaft von Wohngebieten geben, weder in Feudenheim noch anderswo! (Hans-Jürgen Hiemenz, Mannheim)

Mit großer Aufmerksamkeit habe ich den Bericht über den neuen Betriebshof im Spinelli-Gelände gelesen. Leider werden auch hier wieder einmal dem Bürger Halbwahrheiten aufgetischt und es tun sich diesbezüglich auch sehr viel Fragen auf. Wie viele Fahrzeuge konkret werden den „grünen Bauhof“, wie er von der Stadt inzwischen benannt wird, morgens verlassen, tagsüber hin- und herpendeln und abends bei einer sowieso schon überlasteten Wingertsau, Aubuckel und Talstraße wieder in den Betriebshof zurückkehren?

In diesem Betriebshof werden weit mehr als 100 Einsatzfahrzeuge, unter anderem Lkw, Traktoren, Pritschenwagen, Pkw und Hubstabler das Gelände täglich verlassen. Was denkt sich die Stadt Mannheim dabei, einen zentralen Betriebshof in direkter Näher eines bereits bestehenden Wohngebietes und in direkter Sichtweite eines geplanten Neubaugebietes am Wingertsbuckel sowie innerhalb des Spinelli-Geländes mit mehreren hundert geplanten Wohneinheiten in dieser Größe zu erstellen? Und welche weiteren Kosten kommen hier auf die Stadt Mannheim für die geplanten Wohnungen am Wingertsbuckel zu und wer wird diese Kosten übernehmen?

Auch diese werden wiederum von der GBG gebaut und von der Stadt vermutlich auch wieder über einige Jahrzehnte abgestottert. Zusätzlich wird sich durch den geplanten Wohnungsbau auch der Autoverkehr drastisch in diesem Gebiet erhöhen. Welche und wie viel weitere Kosten werden in diesem Projekt eigentlich noch weiter anfallen? Hier wäre es vernünftig, wenn man den Bürgern, und nicht nur den Feudenheimern, endlich ehrliche Zahlen auf den Tisch legen würde.

Wie sollen solch enorm anfallende Zinsen von mehreren Millionen Euro, die jährlich für den geplanten Betriebshof, für die neuen Wohneinheiten im Spinelli-Bereich, für das technische Rathaus unter anderem aufgebracht werden müssen, eigentlich beglichen werden, was ja auch im Kommentar von Herrn Brohm angedeutet wird? (Robert Kohler, Mannheim)

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2vEl3kH