Leserbrief

Betriebshof auf Spinelli vom Tisch fegen

Zum Artikel „Wir sehen keine andere Fläche“ vom 21. September:

Von Karl Schmid, Mannheim

Bitte mal nachdenken, Frau Kubala! Nun hat die Verwaltung es also geschafft, während der Sommerpause auf die Schnelle zwölf alternative Standorte für einen zentralen Betriebshof zu prüfen und sofort zu verwerfen. Respektable Leistung! Ach – ich vergaß, man hat die Voraussetzungen entsprechend formuliert, eine davon war „sofortige Verfügbarkeit“ und „2,8 ha freie Fläche“. Somit waren zehn Standorte ohne weitere Überlegung vom Tisch. „Friesenheimer Insel? Nicht zentral genug“?

Und schwupps hat man vordergründig die Forderungen nach alternativer Standortprüfung erfüllt. Aber: Bis heute wurde das lückenhafte Verkehrskonzept, das der Standortwahl Spinelli zugrunde gelegt wurde nicht nachgebessert. Es gibt kein schlüssiges Konzept für die U-Halle oder gar für die dafür vorgesehenen 2000 Parkplätze.

Wir lesen erstaunt, dass 25 Jahre

lang die Mitarbeiter des Fachbereichs Grünflächen und Umwelt an der Nase herum geführt und vertröstet werden. Ist Ihnen, Frau Süß-Slania oder den von Ihnen vertretenen Mitarbeitern eigentlich klar, dass bei einer Zentralisierung als Hauptargumente „Effizienzsteigerung und Synergieeffekte“ angeführt werden, auch von einer Personaleinsparung auszugehen ist?

Und dass die bestehenden Standorte offensichtlich bereits unter dem Tisch „verhökert“ sind, könnte man jetzt auch vermuten. Die Möglichkeiten der Nachnutzung sind bekannt – „hochwertiges Gewerbegebiet“ oder „Gastronomie am Rhein“. Um eine schnellstmögliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter zu erhalten, bleibt doch nur noch die Sanierung der bestehenden Objekte. Die wäre sicherlich auch schon vor 2022 fertig.

Während sich andere Städte echte Gedanken um den Klimaschutz machen, plant Mannheim, eine einmalige Chance zur bestmöglichen Ausnutzung des Grünzuges auszulassen und mit einer „Arrondierung“ in Käfertal mit Wohnblocks und einer verdichteten Bebauung in Feudenheim, das Klima und damit die Interessen der Bürger aller angrenzenden Stadtteile mit Füßen zu treten. Grüne Dächer können echte Freiflächen nicht ersetzen! Es bleibt nur zu hoffen, dass die Gemeinderäte bei ihrer ablehnenden Haltung für diesen Schildbürgerstreich bleiben und das Thema „zentraler Betriebshof auf Spinelli“ endgültig vom Tisch fegen.

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/2QflfMC