Leserbrief

Leser-Brief

Blick über Landesgrenzen

Zum Debattenbeitrag „Wie viele Menschenleben ist eine Wirtschaftskrise wert, Herr Loewit?“ vom 31. Oktober:

Wenn es um Zahlen geht, kann ein intelligenter Mensch nicht ignorieren, dass ohne jede Vorsichtsmaßnahme die Zahl der Infizierten exponentiell steigt, wenn sich, wie schon einmal der Fall, die Zahl der Infektionen pro Woche um das Fünffache erhöht. Wenn wir ausgehen von etwa 120 000 Neuinfektionen pro Woche und alle Beschränkungen wegfielen, wären wir in drei Wochen (Faktor 125) bei 15 000 000 Neuinfektionen und, ausgehend von derzeit 1326 Todesfällen durch Corona pro Woche in der BRD, bei 166 000 Toten, noch zwei Wochen später (Faktor 25) bei etwa 4 000 000. Zu sagen, die Betroffenen sollte man einfach sterben lassen oder ihrer prinzipiell behandelbaren Erkrankung samt Folgewirkungen überlassen, ist zynisch.

Nur Trump bleibt als Vorbild

Wo bliebe dann die Freiheit derer, die sich das nicht gewünscht hätten? Diejenigen, die die Zerstörung der Demokratie befürchten und den Verlust ihrer Freiheit, sollten den Blick über unsere Landesgrenzen hinaus werfen. In allen Ländern Europas, in Demokratien weltweit gibt es Einschränkungen staatlicherseits, auch in denen, die anfangs meinten, diese Kontrollen wären nicht nötig. Sind das alles potenzielle Autokraten wie Frau Merkel, die ihre diabolische Natur hinter einer harmlosen Fassade verbergen?

Nur Donald Trump bleibt den Kritikern der staatlichen Einschränkungen noch als Vorbild. Und undemokratische, autoritäre Regime, in denen der Ratschlag, Corona nicht zu ernst zu nehmen, befolgt wird.

Wolfgang Buchholz, Mannheim

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/2TM49K7