Leserbrief

Zum Thema Kunsthalle

Bürger finden kein Gehör

Zugegeben: Ich bin ein Sammler, nicht nur von Briefmarken (und einigem anderen), sondern auch von Leserbriefen zum Thema Kunsthalle, die seit dem meinigen vom 7.10.2009 mit der Überschrift "Nicht abreißen" im "Mannheimer Morgen" erschienen sind. Mit dem Ablauf des Jahres 2012 komme ich auf die Zahl von 41, die seitdem veröffentlicht wurden (wobei ich nicht ausschließen kann, dass es noch mehr sind). Entsprechend der wechselnden Aktualität verteilen sie sich wie folgt: 10 (2009), 4 (2011) und 27 (2012). Etwa drei Viertel wurden von Männern, etwa ein Viertel von Frauen verfasst.

Es ist an dieser Stelle schier unmöglich, auf alle Kritik, Verbesserungs- und Alternativvorschläge, Finanzierungsprobleme, städtebauliche und ästhetische Gesichtspunkte einzugehen, die von Mannheimer Bürgern darin geltend gemacht worden sind. Fest steht nur das Eine: Unter den 41 Leserbriefen findet sich kein einziger, der sich einhellig für die Abriss- und Neubaupläne von Kunsthallendirektorin Frau Dr. Ulrike Lorenz ausgesprochen hätte. Dem umstrittenen Vorhaben wurde kürzlich im Gemeinderat so gut wie einstimmig zugestimmt, womit offenbar der Startschuss gegeben wurde. Diese Entscheidung wirft die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Leserbriefen in dieser Angelegenheit auf - die Meinung der Mannheimer Bürgerschaft ist allen Zusicherungen zum Trotz nicht gefragt. Das sollte jeder wissen, der sich in Zukunft der Mühe unterziehen wird, seine Meinung in Form eines Leserbriefes zu Papier zu bringen. Es bleibt wohl nichts anderes übrig, als die nächsten Kommunalwahlen abzuwarten. Allerdings wird es dann, was das Projekt Kunsthalle betrifft, möglicherweise längst zu spät sein.