Leserbrief

Zum Thema Bundesgartenschau / Leserbrief vom 19. Dezember

Buga-Kernstück ist das Spinelli-Areal

Archivartikel

Die stark polemische Aussage von Herrn Steven Kunz zum Thema Bundesgartenschau zeigt, dass er selbst von Stadtplanung und insbesondere von Verkehrsplanung wohl wenig Ahnung hat. Herr Kunz maßt sich dennoch an, den mutigen Schritt von der Mannheimer CDU mit politischem Totalversagen zu bezeichnen.

Wieso soll die Feudenheimer Au jemals Kernstück der Bundesgartenschau 2023 gewesen sein? Kernstück der BBuga war eindeutig die Konversionsfläche "ehemalige Spinelli-Kaserne" die im Rahmen einer Stadtentwicklung eine für Mannheimer Bürger sinnvolle Nutzung erhalten sollte.

Hingegen stellt die "Au" eine intakte Grünfläche dar, die, statt wie Herr Kunz behauptet, keiner Renaturierung bedarf. Im Gegenteil würden hier bei einer entlang der östlichen Riedbahn verlegten Straßentrasse die für das Mannheimer Klima wichtigen und langjährig bestehenden Kleingärten verschwinden. Die von der neuen Straße ausgehenden Emissionen wären für die verbleibenden Kleingärten sehr schädlich. Die Verlagerung der zwischen Au und ehemaliger Spinelli-Kaserne verlaufenden stark belasteten Verkehrsstraße an den Böschungsfuß der östlichen Riedbahn ist, abgesehen von dem erforderlichen zweistelligen Millionenbetrag, aus verkehrsplanerischer Sicht sehr bedenklich.

Als jahrelanger Verkehrsplaner bei der Stadt Mannheim spreche ich aus Erfahrung. Die im Verkehrsgutachten ermittelten Verkehrsmengen mit 7000 Pkw-Einheiten pro Tag und Richtung, die im Signalknoten B 38a/Feudenheimer Straße als zusätzlicher Linksabbieger bewältigt werden müssen, werden zu großen Staus und Verkehrsstörungen führen. In Höhe des Schützenhaus-Parkplatzes treten diese hohen Kfz-Verkehrsmengen erneut als Eckverkehr mit einer Verschlechterung der heutigen Signal-Grünzeiten für den Individual- und ÖPNV-Geradeausverkehr auf der Feudenheimer Straße auf.

Auch hier sind Störungen im täglichen Verkehrsablauf zu erwarten. Mein Fazit lautet daher: Wenn schon eine Bundesgartenschau 2023, dann sollte die heutige Aubuckelstraße (eventuell in einer offenen Tieflage) verbleiben, um den dortigen starken KFZ-Verkehr (Tagesbelastung 18 000 Pkw-Einheiten) ohne Eingriff in die Au belassen zu können.