Leserbrief

Zum Thema Bundesgartenschau

Buga versus Kunsthalle

Die Buga-Schlacht ist geschlagen. Sieger war nicht die Partei mit den besseren Argumenten, sondern die, die am längeren Hebel saß. Keine übertragbaren Argumente aus anderen Großprojekten wie Stuttgart 21 wurden mit Blick auf die Bundesgartenschau diskutiert und in die eigene Planung übernommen. Nicht einmal die seit langem bekannte Negativbilanz aus Hamburg konnte die Befürworter des Mannheimer Projekts zum Einlenken, Umdenken und Umlenken bringen. Man darf gespannt sein, ob die angebliche Bereitwilligkeit nach dem Wahltag, mit den Kritikern zusammenarbeiten zu wollen, ernst gemeint ist. Oder sind dies lediglich hehre Worte, um die Wogen zu glätten, um dem Gegner Sand in die Augen zu streuen, um dann schlussendlich doch das eigene Projekt ohne Wenn und Aber durchzuziehen.

Kaum sind die Diskussionen hierüber verstummt, steht schon das nächste größere Projekt in der Kritik: der Neubau der Mannheimer Kunsthalle. Bevor das Gebäude überhaupt errichtet ist, wurde schon ein neues Logo "kreiert". Es wurden gerade mal eben 60 000 Euro aus dem Ärmel gezaubert, um ein von den Mannheimern nicht gewünschtes, wenig einfallsreiches und viel zu teueres Logo zu erwerben.

Und was noch viel schwerer wiegt: Das noch nicht einmal gebaute Gebäude wird keinen Platz für Mannheimer Künstler haben (Aussage der Direktorin Frau Ulrike Lorenz). Gibt es irgendeinen logischen Grund, weshalb wir dann in Mannheim eine (neue) Kunsthalle benötigen?

Müsste eine Direktorin der Mannheimer Kunsthalle, wenn sie sich bei Amtsantritt mit Mannheimer Künstlern schon nicht auskennt, nicht wenigstens bemüht sein, nachzuarbeiten, sich mit diesen Künstlern zu befassen und ihnen einen Platz zuzuweisen?

Und dann kommen die hohen finanziellen Belastungen hinzu. Die großzügigen Zuschüsse einer Stiftung reichen bei weitem nicht aus, um die Umsetzung der zum einen kleingeistigen und zum anderen großkopferten Pläne zu bezahlen.

Entweder haben wir es in Mannheim mit geheimen Kräften zu tun, die Stroh zu Gold spinnen können, um jegliche Gehirngespinste zu bezahlen, oder es handelt sich einmal mehr um hypertrophe, sich selbst überschätzende Entscheidungsträger, die die vorrangigen Probleme der Stadt Mannheim völlig ausblenden.