Leserbrief

Buga ziemlich obsolet

Zum Artikel „„Zeitpuffer ist ziemlich aufgezehrt“ vom 11. Dezember:

Am 18. Februar verkündete Oberbürgermeister Peter Kurz auf dem Gelände der ehemaligen Spinelli-Barracks: „Jetzt geht’s los …!” Es müssten zum Freiräumen des Militärgeländes für die Wohnbebauung und die Bundesgartenschau 2023 bis zu 60 Lkw-Ladungen täglich mit Baustellenabraum auf eine Deponie geschafft werden. Doch seit Frühjahr 2019 geschieht gar nichts mehr.

Das gesamte Material wird nicht abgefahren, sondern lediglich umgeschichtet von Westen und Norden, wo Wohngebäude und die Parkschale entstehen sollen, nach Osten und Süden, auf das Gelände der Buga 2023. Dort türmen sich sechs Meter hohe Schuttberge auf.

Ein Jahr Verzug

Der Hauptgrund soll in der Auffindung von 50 Kilometer asbest-belasteter Fugenmasse der Betonfundamente liegen. Diese sind jedoch Sondermüll – und bis dato ist wahrscheinlich keine Deponie im weiten Umkreis zur Abnahme bereit gewesen. Wie viel Zeitverzug verträgt die Buga2023 eigentlich noch? Er beträgt jetzt schon zwölf Monate.

Wie es die Verantwortlichen gestalten wollen, das total mit Abrissschutt eingemüllte Gelände rechtzeitig zur Bepflanzung 2021/22 frei zu bekommen, ist ihr Geheimnis. Derzeit liegt im Internet-Bauportal eine Ausschreibung der Buga 2023 GmbH für Planung, Bau, Betrieb und Rückbau einer Seilbahn zwischen Luisenpark und Spinelli. So wie es sich der Auftraggeber vorstellt, soll der Bieter (Konzessionsnehmer) auch die Fundamente für bis zu 40 Meter hohe Seilbahnmasten gründen und nach Ablauf der halbjährigen Betriebsdauer im Herbst 2023 wieder rückstandslos beseitigen.

Wer hat Interesse an dermaßen unzumutbaren Bedingungen? Falls sich kein Bieter findet, platzt das Verkehrskonzept – denn ohne direkte Verbindung zum Luisenpark ist die Buga2023 ziemlich obsolet! (von Gisela und Heinz Conradi, Frankenthal)

Info: Originalartikel unter http://bit.ly/35vcW7F