Leserbrief

Carl-Benz-Radweg: Wer beschließt sowas?

Zum Artikel „Einbahnstraßen für Radfahrer geöffnet“ vom 7. November:

Nachdem die Radverkehrsführung in der Carl-Benz-Straße etwa Mitte des Jahres vom bisherigen Zweirichtungs- in einen Einrichtungs-Radweg geändert wurde, fahre ich seitdem in der verbotenen Richtung auf der Straße.

Da ich sehr häufig diesen Weg nehme, ist mein Unfallrisiko vergleichsweise größer geworden. Die Änderung ist nach meiner Einschätzung völlig unsinnig und ich glaubte zunächst an einen Beschriftungsfehler. Daher habe ich am 10. September 2017 im Mängelmelder der Stadt Mannheim die Meldung Nr. 37 964 verfasst. Nach einigen Wochen und nochmaliger Reklamation habe ich eine Antwort vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung erhalten. Allerdings ist meine Meldung trotz mehrfacher Reklamation bis heute im Mängelmelder ausgeblendet.

Folgende Antwort habe ich erhalten (Auszug): „Die durchgeführten Maßnahmen betreffen die Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht in der Carl-Benz-Straße sowie in diesem Zusammenhang auch die Prüfung der Freigabe von baulichen Radwegen in Gegenrichtung. Bei der Carl-Benz-Straße bedeutet die umgesetzte Maßnahme, dass die Radler Richtung Friedrich-Ebert-Straße wahlweise auf dem Radweg im Seitenraum oder auf der Fahrbahn fahren können. In Richtung Waldhofstraße ist die Fahrbahn zu nutzen.“ Auszug Ende.

Unangenehm im Berufsverkehr

Ich frage mich ernsthaft: Wer beschließt so etwas? Haben unsere Gemeinderäte und der verantwortliche Bürgermeister denn keine radfahrenden Kinder, die nun vom sicheren Radweg auf die Straße geschickt werden? Ich würde dazu gerne mal das Beratungs- und Abstimmungsprotokoll lesen, insbesondere den Abschnitt über die Risikobewertung im Vorher-Nachher-Vergleich. Hat man bei der Einschätzung der Gefahrenlage den Schulweg während des Berufsverkehrs vergessen?

Wenn ich im morgendlichen Berufsverkehr von der Carl-Benz-Straße zur Uhlandschule links abbiege, stehe ich zwischen fahrenden Autos. Das ist auch mir als erfahrenem Radfahrer unangenehm. Einige Autofahrer zeigen dafür wenig Verständnis, da doch ein Radweg vorhanden ist. Dass er in einer Richtung nicht genutzt werden darf, sehen sie ja nicht.

Ich fordere daher die Stadt Mannheim auf, den bisherigen Sicherheitslevel für Radfahrer in der Carl-Benz-Straße wieder herzustellen, das heißt die Nutzung des Radweges wieder in beiden Richtungen zuzulassen und die für Autofahrer wichtigen Rotmarkierungen über die Seitenstraßen wieder zu realisieren. Auch wenn das Geld kostet.

Und abschließend noch meine Meinung zu der erwähnten Konfliktsituation im Bereich der Seitenstraßen: Als Autofahrer muss ich beim Überqueren eines Radweges immer einkalkulieren, dass Radfahrer (und auch Fußgänger) aus beiden Richtungen kommen können, das ist leider so. Da hilft auch keine Richtungsbeschränkung, da helfen die warnenden, roten Markierungsflächen – und die werden nun entfernt. (Gerhard Steuerwald, Mannheim)

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